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Wenn sich Suda51 (killer7, No More Heroes) , Shinji Mikami (Resident Evil) und der Komponist Akira Yamaoka (Silent Hill)
zusammentun, um ein Spiel zu entwickeln, dann erwartet man Großes. Ohne zu viel zu verraten, kann man bereits vorausschicken,
dass die Erwartungshaltung zumindest nicht durch die Vorgeschichte erfüllt wird. Zu sehr erinnert sie an 'Dantes Inferno'.
In Shadows oft the Damned spielt man den schwer tätowierten Dämonenjäger Garcia Hotspur. Dieser kehrt eines Abends heim, um
gerade noch mitzubekommen, dass seine Angebetete Paula von dem fiesen sechsäugigen Oberdämonen Fleming in die Tiefen der
Hölle entführt wird. Aus Rache für die Dezimierung der Armeen der Finsternis, droht Paula nun der Tot, die anschließende
Wiederbelebung und erneut zu sterben, um dann wiedererweckt zu werden, damit das Spielchen von vorne los gehen kann. Fieses
Dämonenzeug eben. Kurzerhand stürzt sich Hotspur hinterher, um in der Unterwelt aufzuräumen und seine Liebste aus den Krallen
des Bösen zu befreien.
So ein Laserpointer ist nicht nur für Vorträge und Referate nützlich |
Auch grafisch vermag Shadows oft the Damned nicht zu überzeugen: Die typischen Probleme der Unreal-Engine, wie z.B.
grobe Texturen und plötzlich auftauchende Objekte, bringen nicht den erhofften Aha-Effekt. Darüber hinaus sorgen die
Dämonen, die Hotspur den Weg zu seiner Freundin versperren, für ungewollte Lacher, da sie teilweise lächerlich unbeholfen
aussehen und die Bewegungen ruckhaft sind. Das passt zwar zum Spielgeschehen, aber man hätte sich doch ein wenig mehr Mühe
gewünscht. Wie Zombies tippeln die Dämonen erst auf der Stelle, um dann plötzlich nach vorne zu stoßen.
Wer Resident Evil gespielt hat, wird sich sofort mit der Steuerung des 3rd-Person-Shooters zurechtfinden und darüber freuen,
dass man sich nun auch beim Ballern bewegen kann, wenn auch nur im Schritttempo (was vor allem bei Bossgegnern auch wirklich nötig ist). Allerdings sollte man beim Zielen keinen nervösen
linken Daumen haben, da sich nicht nur die Dämonen ruckhaft bewegen, sondern auch das Anvisieren hektisch wirkt. Aber selbst das
passt, bringt man doch seine Lebensenergie standesgemäß mit alkoholischen Getränken auf Vordermann. Immerhin wird beim
Anvisieren laserpointermäßig ein Fadenkreuz, bzw. Kreis auf dem möglichen Ziel angezeigt, was es einfacher gestaltet,
den Dämonen den Gar aus zu machen. Ähnlich wie bei Dead Space 2 kann man hier auch erst einmal sorgfältig Extremitäten
entfernen, so dass die Höllenbrut nur langsam auf Hotspur zugekrochen kommt, bevor man final den Kopf in eine Blutexplosion verwandelt.
Spielerisch wandelt man auf vielen vorgegeben Pfaden und die Rätsel sind nicht besonders komplex, da man oftmals die zum
Weiterkommen benötigten Gegenstände in Reichweite der Hindernisse findet oder einfach nur die richtige Fähigkeiten aussucht,
die man einsetzen möchte. Innerhalb von Schlauchleveln ist das keine große Herausforderung, bevor man sich dann wieder in
einem düsteren Arenakampf wiederfindet.
Düster deswegen, weil die Dunkelheit spieltragendes und namensgebendes Element ist, das an vielen Stellen an Hotspurs
Lebensenergie saugt. Ein dunkler Schleier legt sich über den kompletten Bildschirm und in solchen Momenten sollte man nach
Ziegenköpfen (natürliche Lichtquelle in der Unterwelt) an den Wänden suchen. Mit einem strategisch plazierten Lichtschuss
bringt man diese zum Leuchten und kann sich wieder den Dämonen widmen. Das bringt eine zentrale strategische Komponente ins Spiel,
da sich bestimmte Dämonen nur in Helligkeit erledigen lassen und manche Schalter wiederrum nur in Dunkelheit zu sehen sind.
Da jeder Gegnertyp darüber hinaus auch noch durch unterschiedliche Waffentaktiken erledigt werden muss, bzw. einen Lichtschuss
benötigt, bevor er mit klaffenden Wunden auf andere Waffen reagiert, heißt es Ruhe bewahren und nicht sinnlos drauf los zu ballern.

Aus und vorbei mit der Familienplanung
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Shadows of the Damned lebt nicht von weiter oben genannten technischen Details. Schon der Farbfilter erinnert an einen Mix
aus dem Look von Grindhouse und Frank-Miller-Verfilmungen (Achtung, wenn es rot leuchtet). Das gibt in Kombination mit Schnitten
und Kameraeffekten, die an japanische Horrorfilme erinnern, einen Hinweis darauf, wo die Reise atmosphärisch hingeht: Quasi ein
filmreifer Roadtrip durch die Hölle. Der Humor in den Dialogen zwischen Garcia und seinem Sidekick Johnson (Wofür ist das wohl
ein Synonym?), dem sprechenden Totenschädel und verwandlungsfähiger Allround-Waffe (u.a. Big Boner), strotzt vor vulgären Ausdrücken
und vor allem Penis-Sprüchen (Dick…tator), als hätten Tarantino, Rodriguez und Rob Zombie eine Nacht durchgezecht und ihre besten
verbalen Ergüsse zur Verfügung gestellt. Viele weitere liebenswürdig absurde Einfälle runden das Ganze ab: Fliegende Augen als
Speicherpunkte, die vor Schreck einen dicken Haufen machen und Dämonenschlösser, die nur mit Erdbeeren oder anderen abwegigen
Gegenständen geöffnet werden können (für Dämonen sind Erdbeeren übrigens so anregend wie Katzenminze für Katzen) sind nur zwei
Beispiele neben den unzähligen Zitaten und Anspielungen auf Horrorfilme.
Trotz aller Penis-Metaphern wird diese Waffe nicht mit Viagra geladen |
Untermalt wird das Ganze durch einen höllisch guten Soundtrack aus der Feder von Akira Yamaoka. Mal dynamisch und brachial
rockend während der Gefechte oder akustische Mariachi-Gitarren beim Erkunden der Unterwelt runden das Movie-Feeling stimmungsvoll ab.
Auch die Verbeugung vor der guten alten Zeit der 2D-Videospiele darf bei einem Suda51-Spiel natürlich nicht fehlen, wie man während
der kurzweiligen Ladezeiten sehen kann.
Sieht man über technische Schwächen hinweg und erfreut sich an dem kranken Humor dieses "Männer"-Spiels, dann könnte man Shadows
of the Damned fast das Prädikat KULTVERDÄCHTIG erteilen. Daher vier Penisse :

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