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Da ist er wieder, der Zuckerguss auf der Nintendo-Knuddeltorte.
Kirby sticht eindeutig aus der Masse an herzallerliebsten Nintendohelden heraus, und dass er das in Sachen
Knuddeligkeit schafft ist angesichts seiner Kollegen eine reife Leistung.
Sieht man die rosa Zuckerwatte der Videospielindustrie im Kontext zum gesamten Rest,
so ist Kirby der Christopher Street Day in einer Ansammlung von 'Stuttgart 21'-Demonstrationen.
Er ist der mit Blumen verzierte Hippiebus auf einem Parkplatz, der voll steht mit S-Klasse Limousinen.
Ja, Kirby ist die Speerspitze des von vielen geliebten japanischen Knuddeldesigns und es ist schwer,
sich diesem Charme zu entziehen.
Die meisten Fans werden bei einem neuen Kirbytitel wohl ein klassisches
Jump and Run erwarten, aber auch wenn die Screenshots bei einem flüchtigen Blick genau das vermuten lassen,
so steckt etwas völlig anderes hinter Kirby Mass Attack.
Nomen est omen: Anstatt einen einzelnen Kirby durch die liebevoll gestaltete Welt zu steuern,
ist es dieses Mal Aufgabe des Spielers gleich eine ganze Armada an Kirbies dem Levelende näher zu bringen.
Ein böser Gott hat den armen Kirby nämlich in 10 Minikirbies zerteilt.
Man zieht anfangs als einzelner Kirby los, um durch das eifrige Verspeisen von Früchten
alle anderen Kirbies zu befreien. Das Ganze erinnert nach kurzer Zeit in Sachen Gameplay dann auch eher
einer Art Pikmin in 2D als einem Jump and Run. So steuert man die kleinen Zuckerwattehelden nämlich nicht
direkt mit dem Steuerkreuz sondern ausschließlich mit dem Stylus. Dies ist zwar stellenweise sehr anstrengend
und ermüdend, funktioniert jedoch prima sobald man sich daran gewöhnt hat. Man kann die rosa Meute z.b. einen
vorgemalten Pfad entlang schweben lassen, sie einzeln in die Luft schnipsen oder durch Doppelklick auf einen
Feind stürmen lassen. Jede dieser Optionen findet seine Anwendung bei verschiedenen Aufgaben und es ist essentiell
für das Meistern des Spiels schnell zu entschieden wann man welchen Move ausführt.
Die Level sind, wie man es nicht anders erwarten würde, herrlich putzig
gestaltet und versprühen den ganzen Charme handgezeichneter 2D-Kost. Es gibt zahlreiche versteckte
Abschnitte, die man oft durch in Teamwork herausgerissene Wurzeln, Schalter oder gewichtssensible
Plattformen entdecken kann. Das motiviert den Spieler dazu, das ein oder andere Level erneut zu besuchen,
da man beim ersten Mal nicht genügend Kirbies hatte um z.B. eine Plattform nach unten zu bewegen und damit
eine Höhle mit Münzen zu erobern. Diese Münzen sind es nämlich, die einem das Kaufen von vielen kleinen
Bonusspielen ermöglichen. So gibt es Flipper und andere Minispielchen für das verdiente Geld und einige
dieser Spielchen sind den zweiten Durchgang eines Levels durchaus wert. Kirby Mass Attack geht übrigens
als erstes Videospiel, in dem der obligatorische Wasserlevel nicht nervt, in die Geschichtsbücher ein.
Am Ende jeder Welt gibt es natürlich auch einen Obermotz, den es zu bezwingen gilt. Auch hier ist der
taktische Einstaz der Kirbymeute und aller Fähigkeiten von Belang.
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Sie liebt mich, sie liebt mich nicht, sie... |
Fazit | Wer mit der Knuddeloptik der früheren
Kirbyspiele nichts anfangen konnte wird auch mit dem neuesten Ableger nicht warm werden. Alle
anderen sollten dem frischen Spielprinzip aber auf jeden Fall eine Chance geben. Endlich mal
wieder ein Spiel, bei dem der Stylus nicht irgendwelche Alibizwecke erfüllt, sondern eindeutig
unverzichtbar ist. Auch wenn es nach längerem Spielen durchaus zu Ermüdungserscheinungen der Hände
führen kann, stellen sich nach kurzer Zeit regelrechte Suchterscheinungen ein. Es bringt einfach
einen Riesenspass, anstatt wie anfangs einen einzelnen Kirby durch die Landschaft zu steuern, später
eine ganze Horde auf die Feinde zu hetzen. Die Vielseitigkeit der Grafik und die lustigen Animationen
runden den positiven Gesamteindruck ab. Als einzigen Kritikpunkt kann man das auf Dauer doch recht
repetitive Gameplay ankreiden.

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