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Ausgewählter Test:
Review
  BLACK ROCK SHOOTER - THE GAME
  [ PlayStation Portable ]   

BLACK ROCK SHOOTER - THE GAME Den großen Durchbruch von Jemandem oder Etwas kann man durch Talent & Ausdauer, Geschick, Timing oder pures Glück erreichen. Manchmal auch durch alles auf einmal. So geschehen mit Black Rock Shooter.

Black Rock Shooter ist ursprünglich der Name eines Liedes, eingesungen vom virtuellen Popstar-Idol Hatsune Miku, die sich damals gerade zu ihrem Ruhm aufschwang. Genau den richtigen Moment getroffen zwischen großem Interesse und mangelnden Angebot, ist nicht nur der Song 'Black Rock Shooter' ein 'Hit' geworden, sondern das dazugehörige, minimalst animierte, Musikvideo. In dem war Hatsune Miku optisch generalüberholt, komplett in schwarz-weiss und einem blau flammenden Auge. Diese Miku-Version inkl. der zerstörten, karierten Welten wurde zur eigenen Franchise inkl. Figuren, Zeichentrickfilm und jetzt halt auch einem Videospiel.


Deine blauen Augen machen mich so sentimentaaaal...!

Man steuert nun also Gothic Miku, aka Scarlett, durch ihr hauseigenes PSP-Abenteuer. Die ist nicht nur ein Klon ohne Lebenserfahrung aber dafür mit den Kräften eines Elefanten, sondern auch die letzte Hoffnung der Menschheit. Denn abgesehen von ein paar Militärtypen an deren Seite sie kämpft, gibt es keinerlei Menschen mehr auf der völlig zerstörten Erde. Die ist nämlich von einem Haufen feindlicher geometrischer Formen mit farbigen Kühlrippen bevölkert; angeführt von einen Cast an Bösewichten der einer 'Sailor Moon'-Staffel gut zu Gesicht stehen würde.

Eure Aufgabe ist klar! Ihr müsst das Überleben der Menschheit sichern und die 10 letzten verbliebenen Menschen auf der Erde zum letzten verbliebenen Weibchen bringen. Da ist nicht nur verwunderlich, dass die besagte Dame nicht als Mensch gezählt wird und die Protagonistin nicht als Frau anerkannt wird. Nein, viel mehr interessiert der eigene Ursprung, denn Scarlett hat kaum Erinnerungen. Bereits als kleines Kind wurde Sie eingefroren zur Rettung der Menschheit und Project Noah.

Das Spiel gestaltet sich dabei simpel. Ähnlich wie in 'Monster Hunter' oder 'Phantasy Star Portable' rennt ihr über eine Karte und vermöbelt Gegner auf dem Weg zum Ziel. Nur, dass die Areale aus kleinen Kartenabschnitten zusammengewürfelt sind, die nachladen müssen und man nicht in actionlastiger Manier kämpft. Berührt man einen Gegner kommt man, klassisch JRPG-typisch, in einen quasi rundenbasierten Kampfbildschirm. Dort wählt man aus zwischen 'schießen', 'ausweichen' oder 'blocken'. Das funktioniert zwar in Echtzeit, mit jeder Aktion füllt sich aber der Hitzebalken eurer Waffe. Steigt dieser, schießt ihr kleinere Salven und überhitzt sie, kann man gar nichts mehr machen; auch nicht ausweichen oder blocken, bis sie vollständig abgekühlt ist. Deswegen ist es weniger ein Echtzeit-Gefecht, als eine Verwaltung von Aktionspunkten.

Läuft eine Aktion von euch kann man sie nicht mehr abbrechen. So schießt ihr gerne mal munter weiter während ihr gerade verhauen werdet. Immerhin, kann man sich aber 4 Spezialfertigkeiten beliebig zurecht legen, bei deren Ausführung die Zeit zumeist stehen bleibt. Derer findet ihr immer mehr, so dass das Ausprobieren lohnt. Von Status Effekten wie besserer Angriffskraft oder höherer Defensive, über Heilzauber und Spezialattacken ist alles dabei und ein paar gute Kombinationen wollen entdeckt werden. Diese Fertigkeiten unterliegen nach einmaliger Anwendung allerdings einer Cooldown-Zeit. Aber selbstverständlich kann man ja auch jederzeit die diversen Items nutzen, die Teils die gleichen Aufgaben erfüllen.

Für etwas mehr Abwechslung gibt es gelegentliche Fahrabschnitte mit dem Motorrad. Das steuert man allerdings nicht frei, sondern wechselt lediglich per Schultertasten die Spur, um Gegnern auszuweichen. Beim Fahren wie im Kampf, führt man aber bei einem Ausweichmanöver in letzter Sekunde automatisch einen Schwertstreich aus, der den Gegner besiegt. Das ist zwar dank des hauchdünnen Timings mit einem Risiko versehen, erlaubt euch aber, nach dem Erledigen von ein paar Gegnern, den Einsatz eures Gewehrs, das in Smartbomb Manier die Straße bereinigt.


So schön kann ein zerstörtes Detroit sein... auf Pressescreenshots!
(Die Häusertexturen sind in real merklich matschiger)

Insgesamt ist das Spiel dadurch aber unglaublich beschränkt. Kein freies fahren, kein Steuern der Figur in dem Kämpfen sondern nur ein 'Dash' ist möglich. Der findet in den Kämpfen auch immer nur abwechselnd von Links nach Rechts statt, so dass man bei mehreren Gegnern gerne schon mal in eine gerade noch in der Ausführung befindliche Attacke zurückdasht. Das einzige was sich frei bewegen lässt, ist das Fadenkreuz.


Der 'Deadmaster'!

Grafisch macht BRS von den Umgebungen nicht viel her und auch die Inszenierung ist vergleichsweise undynamisch. Die Grafik ist dennoch nicht schlecht und gerade der gelungen eingefangene Artstyle der Menüs, Figuren, Gerätschaften und Teile der Umgebung punktet. Trotzdem ist Black Rock Shooter einem 'The 3rd Birthday' in Punkto Grafik und Steuerung hoffnungslos unterlegen. Das ist zwar ein dummer vergleich, weil The 3rd Birthday ein 3rd Person Shooter ist, das wäre BRS aber besser auch geworden. Doch bleiben wir bei Black Rock Shooter und dem was es ist oder hat. Die Ingame-Musik gehört klar zum schlechtesten was ich seit Jahren hören musste. Völlig generisch, ohne jede Melodie und dann auch noch schlecht platziert entsteht der Eindruck, die Musik wurde erst 5 Minuten vor Fertigstellung des Spiels eingefügt. So düdelt im Kampfbildschirm die selbe nicht existente Melodie von der freien Erkundung weiter, die teilweise stundenlang seit der letzten Zwischensequenz spielt, welche noch eine ganz andere Athmo hatte als das aktuelle Setting. Immerhin gibt sich die japanische Synchro keine Blöße.

Fazit | Vielleicht liegt es daran, dass ich mir bei einer minderjährigen Gothic-Miku mit meterlanger Super-Wumme ein Actionspiel erwartet habe; gerade weil man nur eine Figur spielt und keine Party hat. So besteht die Action lediglich daraus richtig getimed einen Knopf zu drücken und vor jedem Kampf immer und immer wieder dieselben Status-Boost Summons aufzurufen. Immerhin macht das Lernen der Gegner-Verhaltensmuster und des Timings Spaß, was man von den eigestreuten 'Abwechselungseinlagen' nicht behaupten kann. Für ein richtiges Rollenspiel ist das aber zu wenig. Es wirkt als habe man ein paar nicht zusammen passende Elemente lieblos in einen Topf geworfen um ein irgendwie funktionierendes Spiel zu erhalten. Wobei auch nicht alles schlecht ist was geboten wird, denn eine Sache macht Black Rock Shooter sehr gut. Die einzelnen Story-Kapitel sind in diverse kleine Abschnitte unterteilt, die ideal für eine Grind-Runde in der Bahn, auf dem Klo oder im Bett geeignet sind. Als anspruchslose und entspannende RPG-Kost zwischendurch ideal! Das ändert aber nichts daran, dass ein in etwa vergleichbares Phantasy Star Portable um Welten besser ist. Knallharte Fans und/ oder Freunde des anspruchslosen Zeitvertreibs schlagen gerne noch ein bis zwei Sterne drauf, aber Black Rock Shooter bekommt von mir, entgegen den hohen Wertungen der japanischen Fachmagazine, nur:

  -  DS_Nadine

PS: Alle nicht Japanisch sprechenden Fans dürfen sich freuen. Das Spiel ist von NIS lizensiert worden und erscheint demnächst auch in englischer Sprache.


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