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Ausgewählter Test:
SENGOKU BASARA - SAMURAI HEROES
SENGOKU BASARA - SAMURAI HEROES [ Nintendo Wii / PlayStation 3 ]
Achtung, Achtung! In den folgenden Zeilen dreht es sich nur um hirnrissige Massenkeilereien mit behinderten Gegnern, grenzdebilen Helden, krankem JPop, saudummer Story und richtig, richtig, richtig viel Spaß!!!

'1vs1 Millionen hilflose Gegner'-Kloppereien sind einerseits ein recht unbekanntes Nischengenre im Westen, gleichzeitig sind aber auch die meisten Spieletester des Genres schon lange überdrüssig. Spielezeitschriften testen zwar jeden x-beliebigen Sportspiel-Aufguss, aber die gefühlte Neunhundertneunundneunzigste Dynasty Warriors-Auskopplung landet gerne mal unter dem Tisch. Nicht ganz unbegründet, denn im Bereich Technik und Innovation hat sich seit PlayStation2-Tagen nicht mehr viel im Genre getan. Capcoms Sengoku Basara 1 erschien bei uns ebenfalls zu Zeiten der PS2 unter dem Namen 'Devil Kings'. Die Fortsetzung fand schon nicht mehr den Weg über den großen Teich, aber ein Sequel und eine Anime-Serie später startet ein neuer Versuch und kompletter Reboot im Westen.

Tipp 1) Niemals Feuerwerkskörper auf andere Menschen werfen...
Ganz im Gegensatz zu den Aussagen von Capcoms Mastermind Keiji Inafune, der gerne betont, dass japanische Spiele sich mehr am Westen orientieren müssen, besinnt sich Sengoku Basara : Samurai Warriors (aka Sengoku Basara 3) auf seine Wurzeln. Das fängt an mit dem über Bord geworfenen englischen Titel des Erstling und setzt sich fort im farbintensiven Intro in dem schwuli-JPop-Star T.M. Revolution seinen genialen, in unverständliches Englisch übersetzen, Titelsong einsingt.
Ausgangsbasis der Story ist die Schlacht von Sekigahara im Jahr 1600, in der Japan unter der Kriegsherschafft von Shogun Tokugawa Ieasu geeint wurde, was eine ca. 300 Jährige Friedensperiode nach sich zog (bis die Amis kamen). Abgesehen von ein paar Namen hat das Spiel aber nicht viel mit der geschichtlichen Vorlage am Hut. Jeder der über 15 völlig überzeichneten Spielfiguren will für sich das Land einigen und zieht dementsprechend in die Schlacht. Geschnetzelt wird dabei in alter Manier, man selbst gegen eine Horde bemitleidenswerter Gegner die gnadenlos niedergemäht werden. Neben Standardattacken, Combos und erweiterten Angriffen, die sich nach und nach Freischalten lassen, gibt es noch mächtige Basara-Attacken die bei vollständiger Aufladung eines entsprechenden Balkens gezündet werden können. Ebenso gibt es einen zweiten Balken für einen Boost-Modus in dem man noch etwas kräftiger als eh schon austeilen kann. Sogar hoch zu Ross kann man seinen Gegner einheizen.

Tipp 2) Nie ein Schwert bei Gewitter gen Himmel strecken...
Neben normalen Standardgegnern gibt es etwas kräftigere Kommandeure, Lager-Basen und ebenso bizarr- wie starke Endgegner. Darüber hinaus bieten die Levels einiges an Abwechslung, wenn ein eigenes Basislager verteidigt werden muss, Fallen umgangen oder sehr häufig Endgegner von Anfang an mit auf dem Schlachtfeld rumturnen.
Bei jedem Kampf sammelt ihr Items und Erfahrungspunkte, die euren Charakter verbessern. Verschiedene 'Amulette' die man aus gefundenen Items herstellen kann geben Boni auf diverse Dinge wie Stärke, kritische Trefferrate u.v.a. und je nach aktueller Waffe kann man eine unterschiedliche Anzahl von diesen mit sich tragen. Wer es gerne schwerer mag, kann auch gerne Amulette nutzen die die Herausforderung sogar noch verstärken. Wiederspielwert Ahoi!
Gegen wen und/ oder mit wem ihr kämpft entscheidet ihr dabei im Lauf der kleinen Charakter-Kampagnen (8 Schlachten) selbst, was zu verschiedenen Ausgängen der Story führt. Außerdem entscheidet sich so welchen Charakter man sich als nächstes freispielt. Wirklich ‚wissen' was man mit dem Einzug in die nächste Schlacht bewirkt, weiß man vorher allerdings nie so recht. Denn auch wenn es logisch scheint, dass man die Gegnerpartei von demjenigen Angreift mit dem man sich verbünden will, macht der Endkampf gerne mal den Eindruck eines Speed-Datings. So verbündet man sich auch mal mit besiegten Gegnern, nachdem man sie eigentlich komplett ausgelöscht hat.
Technisch gewinnt Sengoku Basara zwar keinen Schönheitswettbewerb, aber die Action gegen hunderte Gegner läuft, selbst im Split-Screen, jederzeit flüssig über den Bildschirm und ist durchaus ansehnlich. Einziger Totalausfall ist die unintuitive Steuerung der Menüs, in denen man sich aber zum Glück nicht allzu lange aufhalten muss. Die englische Sprachausgabe ist ok, die deutschen Untertitel dagegen verdienen einen Originalitäts-Preis. Da werden Gegner nicht 'besiegt', nicht 'vernichtet', sondern 'zernichtet'!!!

Tipp 3) Endlich aufhören grenzdebilde Bildunterschriften zu lesen...
Sengoku Basara schlachtet seine japanophilen Klischees bis an die Grenzen aus, ohne sich dabei ernst zu nehmen. Wer beim Intro noch nicht ausgeschaltet hat, sondern sich von der JPop-Musik, knackigen Farben und den klischeehaften Prinz-Schwulibert, Emo-Joe und Co. Charakteren angesprochen fühlt, ist genau richtig. Wenn die Feuerwaffenlady im 17 Jahrhundert mit ihrem 2-Läufigen Frontlader in den Zwischensequenzen grundsätzlich drei mal schießt und im Spiel später mit Schrotflinte, Maschinengewehr und zielsuchender Bazooka um sich ballert, weiß man, dass es einzig und allein um den Spaß an der Freude geht.

Das sich viele Abschnitte, für das komplette durchspielen, immer mal wiederholen ist ebenso ein Dämpfer wie die völlige Ahnungslosigkeit in wieweit die Schlachten, zwischen welchen man gerade wählen kann, die Geschichte verändern. So fesselt das Spiel 80 Stunden am Stück an die heimische Mattscheibe. Die beabsichtigt betonte Klischeehaftigkeit gepaart mit der wunderbar flüssig von der Hand laufenden Zernichtungs-Action, ist aber gerade auf der heimischen Couch eine Gaudi zum 'immer-mal-wieder' einlegen und Spaß haben. Wie ich am Anfang schon schrieb: Hirnrissige Massenkeilereien mit behinderten Gegnern, grenzdebilen Helden, krankem JPop, saudummer Story und richtig, richtig, richtig viel Spaß!!! In seinem eigenen Genre ist Sengoku Basara definitiv ein Hit! Für Diejenigen, die noch das leiseste Interesse an der Gattung Spiel ins ich tragen verdient es durchaus noch:   -  DS_Nadine

Links:
Launch-Trailer -  Metakritiken -  Video-Review

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