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Ausgewählter Test:
QUANTUM THEORY
QUANTUM THEORY [ PlayStation 3 / Xbox360 ]
Klassische japanische Konsolenspiele werden immer mehr von westlichen Titeln ins Aus gedrängt, was liegt also näher als sich einen der US-Spielekracher der letzten Jahre als Vorbild zu nehmen und einen eigenen Titel daraus zu basteln?

Die Menschheit ist so gut wie ausgelöscht und die verbliebenen Kolonien müssen sich einer neuen Bedrohung stellen. Mancherorts stehen Türme, so genannte 'Archen', die irgendwann einfach dort gewachsen zu sein scheinen. Mit der Anmut einer Kathedrale strahlen sie Imposanz aus, und wer dennoch zu wenig Respekt aufbringt und sich nähert wird weggelasert. Um diese Türme herum breitet sich jedoch die Diablose aus, eine braune Teer/ Lava-Suppe begleitet von riesigen fliegenden Würmern aus Stein, die Freunde zu Feinden mutieren lässt und die Architektur um sich herum korrumpiert.
Mitten in dieser trostlosen Welt zieht der emotionsarme Syd durch die Gegend, mit dem Ziel jeden einzelnen dieser Türme dem Erdboden gleich zu machen. Einen Schritt auf dieser Reise, sprich einen dieser Türme, erlebt der Spieler an Syds Seite.

Presse-Screenshots haben die Angewohnheit...
Quantum Theory ist in typischer 3rd Person Deckungs-Shooter. Der muskelbepakte Held hurtet von Deckung zu Deckung und nimmt jede Menge Gegner aufs Korn. Dabei steuert er sich ähnlich fidel wie ein Panzer und ist auch nahezu ebenso Wortkarg. Die Schusswechsel laufen auch nicht wirklich rund, denn kein Fadenkreuz hilft dem Spieler einen Feind anzuvisieren. Es sei denn man legt die Waffe fein säuberlich an und zoomt rein, wodurch Syd dann aber gänzlich zur Schnecke mutiert. Eine bizarre Abhilfe gibt es jedoch: Auf 'Easy' ändert sich nicht wirklich die Stärke der Gegner, dafür bekommt man aber das vermisste Fadenkreuz spendiert.
Es ist nicht alles Kot was stinkt und auch Quantum Theory hat ein paar lichte Momente. An eurer Seite kämpft die sexy Kampfbraut Filena, die man als tödliches Geschoss packen und auf den Gegner werfen kann. Die korrumpierten, sich ständig in Veränderung befindlichen Areale des Turms, beherbergen auch feine neue Spielelemente und erinnern an vielen Ecken und Enden an eine Geisterbahnfahrt. Auch die bruchstückhaft präsentierte Story und das Setting wissen an sich zu gefallen und haben manch einem Konkurrenten noch etwas voraus.
Ebenfalls nicht zu verachten ist die interessante Mischung an Waffen oder der Ritt auf einem Raketen-Stein-Wurm.

...viel besser auszusehen als das eigentliche Spiel...
Trotz vereinzelter positiver Elemente ist Quantum Theory eine schlechte Kopie. Syd ist zu langsam und die Gegner fressen zu viel Schaden, was zu einem zu gemächlicherem Spielablauf führt. Getoppt wird das ganze durch den teilweise bodenlos unambitionierten Soundtrack, der in Verbindung mit manch völlig trostlosem Level-Areal pure Langeweile vermittelt. Viele offene Hallen mit massig Deckung wollen durchquert werden, in sich bereits undetailiert, aber sobald die Diablose auch noch alles in einem grau-in-grau präsentiert ist jeglicher optischer Reiz verflogen. Weiter geht es immer erst wenn das aktuelle Areal geklärt ist, wobei Gegner aus einer der mannigfaltigen mit unsichtbaren Wänden ausgestatteten Türen dringen. Da muss man auch schon mal dazu schreiben 'Besiege 5 Wellen an Gegnern um den Raum verlassen zu können' weil man sonst evtl. denkt es besteht unendlicher Nachschub. Auch sonst scheint das Level-Design dem Schützen-ABC der Game-Designer Schule entsprungen. Bei jedem (!) Raum mit einem Geschütz kann man davon ausgehen das man erst einmal derjenige ist der es überwinden muss, bevor man den Raum verlassen will und neue Gegner in einer Zwischensequenz spawnen und man selbst das Geschütz bemannen muss. Langweilen tut man sich trotzdem nie, dafür ist das Spiel viel zu frustig. Unglaublich zuträglich hierfür sind geskriptete Events, wie ein vorbei fliegendes Objekt oder einbrechender Boden der, sofern man in dem Moment an der falschen Stelle steht, zum sofortigen Tod führt.
Die meisten Tode werden eh nicht durch reguläre Gegner verursacht, die schon auf 'Normal' nicht viel zu bieten haben, sondern durch Sprünge in den Tod. Syd kann nur an vorgegebenen Stellen springen und bekommt dies auch von einer Einblendung vermittelt, das bedeutet aber nicht, dass er korrekt ausgerichtet ist oder überhaupt zum Sprung ansetzt. Gerade vor diesen simplen Sprungpassagen ist auch meisten kein Checkpoint, so dass manch langweiliges Gefecht wiederholt werden muss.

...da sie fast nur Zwischensequenzen abbilden.
Was wäre ein Shooter ohne einen ordentlichen Multiplayer-Modus? Den teste ich Grundsätzlich nie, wollte diesmal aber einen Blick riskieren. Interessant: Kein einziger Mitspieler fand sich auf der Welt, trotz mehrmaliger Versuche. Ein schlechtes Zeichen, da das Spiel gerade mal seit 2 Wochen erhältlich ist. Die Rangliste, die die Punktezahlen aller jemals online gegangenen Spieler erfasst, offenbart es dann. In den zwei Wochen seit erscheinen haben ganze 327 Personen jemals den Multiplayer angerührt.

Nach einigen Bildschirmtoden starrte ich mit leeren Augen minutenlang auf den Continue-Bildschirm, weil ich nicht fassen konnte was ich da spiele. Der einzige Grund, dass ich dieses Spiel durchgespielt habe, war, weil ich mich nicht besiegen lassen wollte. Dabei ist Quantum Theory nicht per se schlecht, aber es führt einem gekonnt vor Augen wie wichtig Feintuning sein kann. Das auf einem leichteren Schwierigkeitsgrad plötzlich das vermisste Fadenkreuz vorhanden ist und ich auf einmal annähernd gut unterhalten wurde ist positiv. Leider überwiegt das nicht, dank all der beschriebenen Mängel. Wer noch nie einen Titel in der Richtung gespielt hat, kann seine Freude dran finden, alle anderen lassen die Finger davon. Zweieinhalb Sterne, also absolutes Mittelmass, wären gerechtfertigt, aber die Wertung haben wir nicht. Also setzt es:   -  DS_Nadine

Links:
Trailer -  Metakritiken -  Video-Review -  Comicstrip  

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