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Ausgewählter Test:
METROID OTHER M
METROID OTHER M [ Nintendo Wii ]
Metroid other M ist die direkte Fortsetzung des alten Super Nintendo Klassikers Super Metroid, an dessen Handlung es nahtlos anschließt und auch das klassische Gameplay beibehält. Die modernen Ego-Shooter Mechaniken der später spielenden Metroid Prime Teile werden dabei aber nicht völlig über Bord geworfen.

Doch starten wir am Anfang. Die Geschichte, präsentiert in wundervollen Zwischensequenzen und Film-Noir mäßig vertont, mit den dauerhaften, inneren Monologen der Protagonistin Samus Aran, startet mit einer Rückblende auf das Ende von Super Metroid. Das Metroid-Baby (Alien) das Samus als seine Mutter wahrnahm, rettet sie vor Mother Brain (Endgegner) und geht dabei drauf. Samus, die mit dem erhalt einer Stimme das erste Mal Emotionen zeigen darf, nimmt das ganze mehr mit als man von einem Boba Fett-Verschnitt in weiblich meinen sollte, so das sie eines Tages einem SOS-Signal mit dem Namen 'Baby Cry' folgt, ohne dass das jemals irgendeinen Bezug zu ihren Erlebnissen haben könnte.

Einfach mal baumeln lassen...
Vorfinden tut sie nicht nur ein Forschungsschiff auf dem sich eine Story eröffnet die wie eine gute Mischung aus Resident Evil und Alien anmutet, sondern auch eine Truppe des Militärs. Diese dünnt sich im Laufe der Geschichte immer weiter gegenseitig aus, da offenbar eine Verschwörung im Gange ist. Einen Krimi inkl. 'wer ist der Mörder' Gedankenspielchen gibt es also auch noch.
Das kleine Einsatzteam an Soldaten ist aber nicht nur aus Storygründen und als optische Deko vorhanden. Als Außenstehende muss Samus sich der Befehlsgewalt aussetzen um überhaupt an Bord gehen zu dürfen. Sie muss die meisten ihrer Waffensysteme ungenutzt lassen, bis sie die entsprechende Freigabe erhält, was immerhin eine bessere Ausrede ist als (wie sonst üblich) alle Power-Ups der Vorgängerspiele zu verlieren.

Nintendo Wii jetzt auch mit 'Face Time'!
Gesteuert wird mit der WiiMote, und zwar nur mit der WiiMote. Wie in einem alten NES-Spiel hurtet man seitlich oder neu auch in die Tiefe durch das Bild und hat einen Knopf jeweils für Attacke und Sprung. Was sich simpel anhört ist an Spieltiefe und Kombinationsmöglichkeiten aber nicht zu unterschätzen. Neu hinzu kommt die Möglichkeit die Wii-Fernbedienung auf den Fernseher zu richten und damit in die Ego Ansicht zu schalten. Das hilft beim finden von versteckten Items aber dient vor allen Dingen dem verschießen von Raketen. Durch das fehlen des Nunchuk und somit des Analogsticks, fehlt Samus die Möglichkeit in der Ego-Perspektive zu laufen. Aber sie ist nicht starr und jedem Treffer ausgesetzt (was in vielen Reviews ein Grund für ein Abwertung war) sondern kann mit einem WiiMote Schüttler eine Ausweichrolle machen (Das wird im Spiel nie erwähnt, steht aber in der Anleitung).
Schnelles wechseln zwischen seitlicher und Ego-Ansicht ist je nach Gegner Pflicht, klappt nach einiger Eingewöhnungszeit auch problemlos da beim Umschalten eh halbautomatisch ein Gegner ins Sichtfeld genommen wird. Beim freien Erforschen sieht das noch mal anders aus. Neben 'freiem Erforschen' gibt es aber auch noch 'unfreies Erforschen'. An ein paar Stellen im Spiel friert es ein und wechselt selbsttätig in die Ego-Ansicht, an denen ein wenig Detektivarbeit gefragt ist. Wer jedoch auch nur Ansatzweise die vorher gelaufenen Zwischensequenzen verfolgt, weiß auch schon wo oder nach was er suchen muss, zumindest solange man nicht als Spieletester für manch eine andere Publikation arbeitet.
Die Grafik ist knackig und bunt und wirkt ganz ohne die NextGen braunen Farbfilter etwas oldschool, aber dennoch sehr ansehnlich. Nachdem man von den eindrucksvollen Zwischensequenzen übergangslos in das Spiel geführt wurde, hat man eh fast vergessen dass man 'nur' vor einer Wii sitzt. Die Musik überzeugt mit stimmungsvollen, atmosphärischen Klängen ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu spielen.

Der Master Chief fand sich im falschen Spiel wieder.
Insgesamt ist Metroid other M ein spannendes Spiel, spätestens sobald sich die Story nach ca.5 Stunden langsam eröffnet, welches durchaus polarisieren kann. Die Steuerung funktioniert wesentlich besser als nach vielen Vorab-Tests befürchtet, eigentlich Problemlos. Das Spieler trotzdem ein Problem haben können, sich beim schnellen Wechsel zwischen Ego- und Außen-Perspektive zurechtzufinden, lässt sich aber nicht ausschließen. Und auch wenn die Detektivspielereien in meinen Augen ohne weiteres lösbar sind, nehmen sie dennoch fahrt aus dem Spiel und wirken etwas deplaziert. Wenn die Ego-Perspektive aber nicht uneingeschränkt optimal ist und das Detektiv spielen nerven kann, liegt die Stärke des Spiels eindeutig im klassischen Kampf der eine Mischung aus den alten Metroid Teilen und Ninja Gaiden darstellt. Mit Hechtrollen um die Gegner zu flitzen, ihnen einen Special Move reinzudrücken oder sie im taumeln niederzuringen fühlt sich gut an, insbesondere wenn man erst einmal die Taktik hinter den vielen Gegnern und Boss-Gegnern durchschaut hat. Da diese aber nichts droppen, man sich selbsttätig alleine sowie an den Speicherpunkten heilen und remunitionieren kann und man auch nicht levelt, habe ich mich gegen Ende dabei erwischt die Gegner nach Möglichkeit einfach stehen zu lassen.

Metroid other M hinterlässt mich mit einem leeren Gefühl. Nach ca. 12 Stunden flimmert das 'echte' Ende (Den 'ersten' Abspann laufen lassen, es geht weiter!) über den Bildschirm und hinterlässt mich mit dem Wunsch nach Mehr. Mehr von der Story, der Atmosphäre und dem Setting… nicht zwangsläufig nach dem eigentlichen Spiel, auch wenn dies im Szenario nach dem Abspann mit einem grandiosen Challenge-Parcours aufwartet und man sich ohne die voranschreitende Story und dem fehlenden Ziel vor Augen viel freudiger dem Erforschen der Umgebung und Erledigen von Gegnern hingeben kann. Insgesamt kein uneingeschränkter Riesenhit, aber definitiv ein tolles Spiel wenn man auf ein gruseliges SciFi-Szenario steht.   -  DS_Nadine

Links:
Trailer -  Metakritiken  

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