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Ausgewählter Test:
CALL OF DUTY - MODERN WARFARE 2
CALL OF DUTY - MODERN WARFARE 2 [ 360 / PC / PS3 ]
Anmerkung: Das folgende Spiel wurde auf dem PC in der deutschen Version getestet. Wir würden nie auf die Idee kommen, die ungeschnittene Version aus dem Ausland zu importieren…
oder zu lügen.

Call of Duty ist zurück. So wie jedes Jahr und auch in der neuesten Auflage bleibt Activisions Goldesel seinen Wurzeln treu. Als einfacher Soldat kämpft man sich zusammen mit seinen Kameraden durch recht lineare Levels, in denen durch üppigen Einsatz von Skripten und Terroristenleichen immer die Hölle los ist. Genau diese 'Mittendrin'-Atmosphäre war schon immer die Spezialität der Serie und kommt auch diesmal nicht zu Kurz. An einigen Stellen zumindest.

In der Zukunft hat die Kalaschnikow ausgedient. Der moderne Russische Soldat bevorzugt Sturmgewehre aus Französischer Fertigung.
In Modern Warfare 2 steuern wir abwechselnd einen Army Ranger und einen britischen SAS-Soldaten, namens Roach. Selbige kämpfen sich durch die Wirren eines Krieges, der mit ein paar Terroranschlägen beginnt und schließlich zu einer Invasion Russlands in den Vereinigten Staaten führt (???). Zwischendurch darf man als Undercover-Agent aber auch Zivilisten in einem Flughafen abschlachten. Selbstverständlich nur damit einem der böse Oberterrorist auch wirklich glaubt, das man zu den Bösen gehört. Das klappt aber leider anscheinend nicht, da man am Ende des Levels von diesem Herrn mit einer Kugel ins Gesicht belohnt wird. Natürlich werden wir Deutschen dank des heldenhaften Einsatzes unserer Jugendschützer davor bewahrt solche Gräueltaten zu verüben, und sind in dieser Mission zum Bloßen zugucken verdammt. Was für ein Glück!
Im weiteren Verlauf des Spiels steuern wir nun einen weiteren Army Ranger (beim Schutze seiner Heimat, durch Vorsstadtgärten, Burgerbuden und das verstrahlte Washington). Als SAS-Soldat hat man zum Glück wichtigeres zu tun. Zusammen mit dem Helden des Vorgängers, Soap Mac Tavish , versuchen wir herauszubekommen, wer für das ganze Chaos eigentlich verantwortlich ist und wie man diese Person am schnellsten über den Jordan verschiffen kann. Leider scheint Roach ein absoluter Ka**noob zu sein, weil Soap ihm alle 2 Meter den Arsch retten muss.

Soap (Ja der Typ heißt wie die Seife), der Held aus dem Vorgänger ist unser ständiger Begleiter. Hier sehen wir ihn bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Uns den Arsch retten.
Die hanebüchene Story und das viele Ballern werden zum Glück (bzw. leider) immer wieder durch Minigames aufgelockert. So darf man an Wänden hochklettern, Schneemobil fahren und natürlich in schönen Railshooter einlagen mit einer Minigun haufenweise Männer mit Handtüchern auf dem Kopf niedermetzeln, wobei letzteres zumindest etwas in einem Shooter bzw. Ballerspiel zu suchen hat. Spätestens beim dritten durchspielen langweilen diese Minispiele aber kolossal und man möchte sie einfach überspringen, damit man sich endlich wieder dem Hauptspiel (zuvor erwähntes Ballern) widmen kann, indessen weiteren Verlauf Roach trotz der aufopfernden Bemutterung durch Soap qualvoll dahingerafft wird und somit leider den Endkampf verpasst.
In dem äußerst packenden Finalkampf, der nur dadurch etwas gedämpft wird, dass der Bösewicht ein Idiot ist (normal), darf der Spieler dann in der Haut von Soap endlich die Welt retten, oder zumindest das was nach dem großflächigen Einsatz von Atomwaffen noch davon übrig ist.
Anschließend kann man das Spiel deinstallieren, oder sich an dem sehr gelungenen Special Forces Modus versuchen, in dem verschiede Einsätze ohne Story (zum Glück) darauf warten alleine oder im Co-Op mit einer möglichst guten Bewertung abgeschlossen zu werden. Alternativ kann man sich auch online von 14-Jährigen ohne Leben mit blind geworfenen Granaten oder blind durch Wände gefeuerten Schüssen zerlegen lassen.

Und wieder Soap. Daß ich im Vorgänger einen Typ mit Irokesen-Schnitt gespielt habe, empfand ich als leicht verstörend.
Jeder aber auch wirklich jeder wusste das Modern Warfare 2 ein Blockbuster wird, der sich verkaufen wird wie Alkohol an Karneval. Am allermeisten Activision selbst. Leider merkt man dies an allen Ecken und Enden. So wirkt Modern Warfare 2 einfach lieblos, so als ob man sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht hätte. Der vollkommen überflüssige Amoklauf-Level stößt höchstens ab und die Marketingstrategie dahinter ist dermaßen plump, dass es einen nur verärgert. Die sonst so packende Atmosphäre kommt leider nur selten zum Vorschein und Story sowie Charaktere sind mehr als blass, um nicht zu sagen langweilig. Zusätzlich kommt noch die Frechheit dazu, dass Modern Warfare 2 zehn Euro mehr kostet als üblich. (Wie gesagt, Activision wusste genau, dass es sich verkaufen wird.) Bei einem Preis von 60 Euro sind das 10 Euro pro Stunde Spielzeit.
Positives gibt es natürlich auch. So ist die Steuerung wie immer Hervorragend und hier und da kommt dann doch das gewohnte Call of Duty-Feeling durch. Vor allem die Special Forces-Level sind in dieser Hinsicht gut gelungen und die Beibehaltung des Coop-Modus für die PC-Version ist sehr löblich und macht hoffentlich Schule. Der Sound ist, wie es sich gehört, sehr gut und auch wenn es nichts mit dem Spielspass zu tun hat, so ist die Grafik doch sehr nett.

Mit einem Stern Abzug für Lieblosigkeit, sowie einem halben Stern Abzug, weil dies ein Spiel von Activision ist kommen wir auf eine Wertung von 3,5 von 5 Sternen. Da wir leider nur volle Sterne verteilen ergibt das:   -  DS_Blaster


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