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Review
  UNCHARTED 3: DRAKE'S DECEPTION
  [ PlayStation 3 ]   

UNCHARTED 3: DRAKE'S DECEPTION Glücksritter Nathan Drake geht in die 3. Runde.
Erneut begleiten wir unseren Hobbyarchäologen in ein spektakuläres Abenteuer. War Naughty Dogs Erstling noch ein Überraschungserfolg, so setzte die Fortsetzung "Among Thieves" im Bereich Action-Adventure neue Maßstäbe. Seit dem sind 2 Jahre vergangen und nun steht der dritte Teil in den Händler Regalen.

Drake, Schatzräuber und eine Art männliche Lara Croft, reist quer über alle Kontinente, um in den hintersten Ecken nach uralten Artefakten und Schätzen zu suchen. Dabei überwindet er alle Hindernisse, die sich ihm in den Weg stellen. Nebenbei erledigt er regelmäßig unzählige Gegner, entweder im Nahkampf oder mit seinem Arsenal von Waffen. Brutaler als Tomb Raider und Indiana Jones zusammen, aber weniger anspruchsvoll bei den Rätseln, waren die beiden Vorgänger bei Kritikern und Publikum beliebt. Unserem Grabräuber standen dabei sein Ziehvater und Mentor Victor "Sully" Sullivan, sowie die beiden Damen Chloe und Elena zur Seite.


Jetzt wäre ein kühler Ausflug in den Anden nett.

In Uncharted 3 geht es um den Ring von Sir Francis Drake, dem berühmten Seefahrer im Dienste der Königin von England. Dieser war im 16 Jahrhundert auf geheimer Mission unterwegs, um die Stadt Iram zu finden. Sie wird auch als Atlantis des Sandes bezeichnet und soll einen gewaltigen Schatz beheimaten. Nathan, Urahn von Sir Francis, ist vor 20 Jahren in Kolumbien in den Besitz dieses Ringes gekommen und seitdem sein Talisman. Schon damals war die geheimnisvolle Katherine Marlowe, Anführerin eines okkulten Ordens, hinter diesem Ring her. Aber Drake und Mentor Sully, konnten die Dame damals austricksen. Nun, zwei Jahrzehnte später, taucht Marlowe erneut auf. Nur diesmal scheint sie den beiden immer einen Schritt voraus zu sein. In London treffen die beiden Parteien nun zum zweiten Mal aufeinander, aber das ist erst der Anfang. Die Schnitzeljagd führt unsere Protagonisten von der Insel aufs Festland nach Frankreich, bis sie am Ende im Nahen Osten über Syrien im Jemen landen und die letzte Schlacht im Herzen der Stadt Iram austragen.

Wer die Vorgänger gespielt hat, wird sich an die exzellente Steuerung unseres Helden erinnern. Ob Gegner aufschalten oder im Nahkampf zu attackieren, an Häuserwänden entlang hangeln oder über Abgründe zu balancieren; nie war es so leicht seinen Akteur zum Ziel zu führen. Der dritte Teil macht da keine Ausnahme. Neuerung ist allerdings, dass man im Nahkampf jetzt zwei Gegner gleichzeitig bekämpfen kann. Auch Quick-Time-Events sind wieder reichlich vorhanden. Sie werden spektakulär in Szene gesetzt und bringen die Story voran. Natürlich sind für jeden Hobbyschatzsucher insgesamt wieder 100 Schätze in den insgesamt 22 Kapiteln von den Entwicklern versteckt worden. Manche sind leicht, andere schwer zu finden. Leider kann man das von den Rätseln nicht behaupten. Diese sind an vielen Stellen einfach zu leicht zu lösen und hetzen den Spieler kreuz und quer, wahrscheinlich um die Spielzeit zu erhöhen.

Die hochgelobte Grafik des Vorgängers Among Thieves wurde nochmal ein wenig verbessert und so kann sich der Spieler wieder auf gewaltige Panoramen, imposante über- sowie unterirdische Gebäude, riesige Höhlensysteme und eine tolle Weitsicht freuen, welche es zu erkunden gilt. Diese sorgen für funkelnde Augen beim Betrachter. Gerade die Storyinhalte die Nathan per Pferd, Schiff und Flugzeug erlebt sind grafisch eine Augenweide. Licht- und Schatteneffekte in den Höhlensystemen werden in Echtzeit berechnet und auch die Elemente Feuer & Wasser sind beeindruckend dargestellt. Aber ganz besonderes Augenmerk haben die Entwickler auf die physikalisch korrekte Abbildung des Wüstensandes gelegt. Auch die bekannten Zwischensequenzen sorgen für kurze Verschnaufpausen beim Spieler und die feineren Animationen lassen alles noch realistischer wirken. Kurzum, auf die Fans der Serie wartet eine echte Grafikbombe, die einige visuelle Überraschungen für den Käufer bereit hält.


Das Date mit dieser MILF ging in die Hose.

Dank vier verschiedener Schwierigkeitsgrade ist für jeden etwas dabei. Anfänger und Profis werden sich schnell im Schatzsucher Universum zurecht finden. Drei Spielmodi stehen dem Spieler zur Verfügung, Kampagne/ Story, Online Mehrspieler (bis zu 10 Spieler nur mit Onlinepass) und Koop Modus (im Splitscreen). Die Spieldauer der Solokampagne liegt bei knapp 10 Stunden im einfachsten Schwierigkeitsgrad.


Schwingt eure Artefakte in da air!

Fazit | Uncharted 3 ist sicherlich nicht mehr der Quantensprung, wie es seinerzeit Teil 2 im Vergleich zum Erstling war. Aber das war auch nicht mehr möglich, da sich die ganze Serie bekanntlich auf Referenz-Niveau befindet. Für reine offline Solospieler sind allerdings 10 - 15 Stunden Spielzeit etwas wenig. Die Rätsel sind leider weiterhin nicht sehr anspruchsvoll, auch die KI könnte noch etwas verbessert werden. Seinen von vielen Experten gelobten Vorgänger lässt Drake´s Deception trotzdem hinter sich. Die Freundschaft von Drake und Sully wird näher beleuchtet, auf das Übernatürliche aus dem 2. Teil fast völlig verzichtet, die kindischen Liebeleien zwischen Drake und Chloe/ Elena zu den Akten gelegt und die Grafik erneut aufgemotzt. Uncharted 3 erfindet das Genre zwar nicht neu, aber wird mit diesem Teil seinen Anspruch auf den Thron weiter zementieren. Indy und Lara können in Rente gehen.

  -  Daniel Schulte-Krumpen

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