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Ausgewählter Test:
Review
  VIRTUA TENNIS 4
  [ 360 / PC / PS3 / Wii ]   
VIRTUA TENNIS 4 'Das beste am Damentennis sehen Sie hier, das beste am Herrentennis auf Dreamcast'. Nie werde ich diese Werbeanzeige vergessen! Virtua Tennis, das war das erste Mal, dass Tennis einem Nicht-Fan Spaß machen konnte. Viel hat sich getan seitdem, aber eins ist geblieben, der Spaß am Spiel, die Einsteigerfreundlichkeit und die hervorragende Inszenierung.

Virtua Tennis 4 ist, wer hätte es gedacht, ein Tennisspiel. Mit einem der enthaltenen Stars (auf PS3 sind es einige Mehr wie z.B. Boris Becker) jagt man über den Court dem Ball nach, im Wesentlichen mit drei Tasten für drei Schlagvariationen, wie Top-Spin oder Lob. Die Richtung in die man dabei den Stick beim Schlag hält gibt dem Ball dabei die gewünschte Richtung. Je eher man sich in Position gebracht hat und Zeit zum ausholen hatte, so kräftiger ist der Schlag.

Ich sehe was, was Du nicht siehst und das ist: Gelb.
So weit, so einfach. Die Grundlegende Steuerung ist in Windeseile erlernt und einem dezenten 'Over-the-Top' Duell, der etwas anderen Art, steht nichts mehr im Wege. Dabei bietet das System jederzeit genug taktischen Tiefgang, getreu dem Motto 'Easy to learn, hard to master'. Ein paar mehr Arcade-Elemente als das typische Hin- und Her gibt es aber dennoch. Da ist zum Beispiel der seit jeher vorhandene Schlagkraft-Balken beim Aufschlag, mit dem man, gut platziert, direkt beim Aufschlag ein paar Punkte erspielen kann. Risikoreich, denn sitzt das nicht genau, geht der Schlag schon mal ins Aus. Neuer ist da die 'Spezialattacke'. Jeder Athlet hat eine bestimmte Gabe, die er ab und an, nach Aufladen eines Spezial-Balkens, verwenden kann. Gewagte Bälle aus unmöglichen Positionen heraus sind damit kein Problem.
Neben dem obligatorischen freien Spiel, dem Arcade Modus in den 4 großen Arenen und dem Online Multiplayer, gibt es noch ein paar andere Spielmodi. Der wichtigste, wie so oft, der generalüberholte Karrieremodus. Hier hat man ein Jahr Zeit um seinen selbstgeformten Tennis-Gott auf Platz Eins der Weltrangliste zu bugsieren. Die Ausgestaltung ist dabei etwas anders als sonst, nämlich als Brettspiel auf einem Board, bestückt mit Turnieren und diversen Ereignissen. Da gibt es neben Testspielen, Punkte wie Öffentlichkeitsarbeit, Erholungsfelder, Einkaufs- und diversen Trainingsmöglichkeiten. In den vielen, Serientypisch sehr albern anmutenden, Minispielen werden so z.B. Fußbälle mit dem Tennisschläger ins Tor geschossen, Küken vom Rasen gesammelt ohne von der Ballmaschine getroffen zu werden oder eine Kartenhand optimiert, durch das Treffen der gigantösen abzulegenden Karten. Jedes dieser Übungsspielchen erweitert eure Kondition und eure Fähigkeiten und kann im Verlauf in immer höheren und lohnenswerteren Schwierigkeitsgraden bewältigt werden.
Die Fähigkeiten schalten nach und nach immer weitere Spezialattacken frei. Die kann man durchprobieren, aber jeweils zu einem Spiel oder Turnier nur eine Auswählen. Diese ist auch nur ab und an Ausführbar, denn das Aufladen dauert (je nach Kondition) seine Zeit. Das ist durchaus positiv, denn so wird hier trotz Arcade-Aspekt Tennis gespielt und nicht Street Fighter. ^_~
Die Kondition gibt Aufschluss darüber wie lange ihr noch könnt. Fällt die ins Bodenlose, habt ihr einen verstauchten Knöchel im Spiel (dann lauft ihr langsamer und könnt kaum noch gewinnen) oder müsst auf dem Spielbrett ein paar Züge aussetzen. Das ist schlecht, denn ihr habt nur eine bestimmte Anzahl an Zügen Zeit, das jeweils größte Turnier der vier Saisons zu erreichen. Für die Qualifikation der diversen kleineren Turniere auf dem Weg braucht ihr eine bestimmte Sterne Wertung, die ihr wiederum durch andere Spiele oder Öffentlichkeitsarbeit erhaltet. Eine schwierige Gradwanderung zwischen Training, Promotion und Zeitdruck steht euch bevor. Nachdem ich bei einem Turnier leidlich scheiterte war der Zug für mich für das komplette Spiel quasi abgefahren, da ich den steigenden Ansprüchen nicht mehr gerecht werden konnte. Was für ein Glück, das man bei den Folgedurchgängen zwar wieder von vorne Anfängt, aber die Minispiel-Trainingseinheiten auf dem freigespielten Level verfügbar bleiben. Das sorgt für Widerspielwert und das grinden ist unauffällig, denn eure steigenden eigenen Fähigkeiten bieten einen wesentlichen Anteil am Gesamtergebnis. Übung macht den Meister!

Uncanny-Valley Throphy
Das war's aber immer noch nicht an Spieloptionen. Wessen Besucherrunde kein Tennis mag wird vielleicht mit den diversen Minispielen warm und für Bewegungsfanatiker gibt es ebenfalls einen Extramodus. Dort kloppt ihr wahlweise mit Wiimote, Move oder Kinect aufs grüne Filz. Vorliegen tut mir nur die 360-Version deren Bewegungssteuerung mangels Kinect nicht Testbar war, ohne ‚Schläger' oder Analogstick dürfte das Ballgefühl nicht zu grandios sein, während die Figuren selbstständig über den Platz huschen. Die (anderweitig getestete) Move-Version gibt ein gutes Feedback, wenn auch hier Knopfdrücke nötig sind die Art des Schlages zu bestimmen. Mehr 'Physik' wäre hier nett! So oder so ist die Bewegungsoption lediglich ein netter Zusatz, denn den Karrieremodus damit spielen oder Ähnliches könnt ihr eh nicht. Anschauen, gerade in 3D, sollte man sich das ganze aber mal.

Armut am Court: Ganz schön durchgelaufen!
Grafisch ist Virtua Tennis 4 sehr gut, wenn auch eine etwas gemischte Tüte. Die zahlreichen, wunderschönen Plätze erstrahlen im Glorreichen Full-HD incl. Kantenglättung, so dass jede Masche am Netz erkennbar ist. Die Spieler hingegen Variieren da etwas. Die Animationen sind großartig, die selbst erstellten Figuren sehen neben den nachgebildeten Stars Comichaft aus und die Avatar-Bildchen im VS. Schirm mit Fotos, Renders und Ingamegrafik bunt gemischt, wirken etwas wirr. Auch ein paar Optionen der an sich gelungenen Charaktererstellungsmöglichkeiten sind etwas fragwürdig. So gibt es kein Weißblond oder Blond, was andere Spielfiguren durchaus haben können, sondern eher eine als 'Knallgelb' zu bezeichnende Haarfarbe auszuwählen. Dafür gibt es im Laufe des Spieles immerhin zahlreiche Accessoires zum Freischalten. Musikalisch wird altbekanntes Arcade-Gedüdel geboten, von Hause aus etwas in der Lautstärke etwas zurück genommen.

Es macht Spaß meine Nadine zum Weltruhm zu führen, auch wenn ich im ersten Durchgang des Karrieremodus ordentlich gefrustet war. Ja, da muss man wohl mehr als einmal durch, aber wenn die Ballwechsel Spaß machen (und das tun sie obwohl ich üblicherweise Tennis hasse), darf es so lange dauern wie es mag. Virtua Tennis 4 mag arcadiger sein als die direkte Konkurrenz, aber mit seiner Einsteigerfreundlichkeit und eingängigen Steuerung ist es ein ebenso idealer Titel für Zwischendurch wie lange dran! Mit etwas homogenerer Grafik (Wieso hat der 'Trainer' eine aufgemalte Sonnenbrille auf dem Avatarbildchen?) und ein bisschen Balancing auf dem Spielbrett wär's noch schöner, aber auch so gibt es noch knappe:   -  DS_Nadine

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