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[ PC / Mac / Wii ]
Bisher haben wir hier fast ausschließlich Spiele großer Publisher bzw. aus dem AppStore behandelt. Um nicht als Mainstream Huren abgestempelt zu werden wird es deshalb langsam Zeit auch mal Games von unabhängigen Entwicklern unter die Lupe zu nehmen. Zu diesem Zweck haben wir die Rubrik "Indie Attack" eingerichtet, in der wir euch (un)regelmäßig neue Spiele fernab des Mainstreams vorstellen wollen.
Den Anfang machen wir dabei mit dem Spiel And Yet it Moves (AYIM), welches seit vorigem Monat als Wii Ware Download erhältlich ist, sowie schon seit etwas längerem für Windows/Mac als Steam Download und - man möchte es gar nicht glauben - als Linux Version.

Risky Woods
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AYIM, welches vom Wiener Indie-Studio Brokenrules entwickelt wurde entstand ursprünglich als Studentenprojekt im Rahmen einer Lehrveranstaltung auf der TU Wien. Neben zahlreichen Nominierungen für Indie-Game Awards gewann der dort entwickelte Prototyp den 2007 Independent Games Festival Student Showcase und wurde auf der E3 2007 im Rahmen des Independent Game Showcase präsentiert. Von diesen überwältigend positiven Reaktionen ermutigt entschlossen die Mannen um Project-Leader Felix Bohatsch das Spiel fertig zu entwickeln und auf Steam zu publishen. Die endgültige Seligsprechung und Aufnahme in den Spieleolymp wird dem Titel nun durch ein Review samt Comic bei uns zuteil.
Das Konzept von AYIM ist schnell beschrieben: 2D Jump'n Run mit korrekt simulierter Physik, in dem man neben der Spielfigur auch die Ausrichtung des Levels selbst steuern kann. Das Handling der Spielfigur kann dabei am ehesten mit dem des kontrovers Diskutierten Little Big Planet verglichen werden, dessen Gameplay ebenfalls sehr von seiner Physik Engine geprägt wird.
Rotierende Levels sind in 2D Jump'n Runs bei Leibe nichts Neues, man Denke nur an Mickey's Castle of Illusion und Sonic am Megadrive bzw. Super Ghouls'n Ghosts am Super Nintendo. Was diesen Titeln jedoch fehlte war die Möglichkeit einer direkten Einflussnahme auf die Ausrichtung der Levels - man legte lediglich Schalter um, die vordefinierte Rotationen bzw Spiegelungen auslösten. Im Verbund mit der zuvor angesprochenen Physik Engine, welche Gravitation und Bewegungs-Moment korrekt simuliert, ergeben sich dadurch vollkommen neue Ansätze für Level- und Interaktionsdesign.
Neben der Rotation, dem Haupt-feature des Spieles, sind es vor allem Visual- und Art-Design, die das Spiel positiv von der Masse abheben. Das Spiel sieht aus, als wäre es eine bunte Foto-Collage aus Karton. Quasi als Gegenpol zur realistischen Farbgebung der Levels ist die Spielfigur selbst lediglich Schwarz/Weiß skizziert, was sich als eine sehr clevere Designentscheidung herausstellt da man so immer sofort weiß wo sich die Spielfigur befindet.

Rohrschachtest
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Der Umfang des Spieles ist mit 17 Levels (am Wii sind es sogar 20) nicht zu knapp ausgefallen. Darüber hinaus gibt es je nach Version noch unterschiedliche Extras um den Spieler auch langfristig bei der Stange zu halten wie zB Steam-Achievements, Online Highscore für Speedruns, Handicap-Modes (begrenzte # Drehungen).
Versionsvergleich: während man in der Urfassung für Windows/OS X die Levels nur in 90° Schritten rotieren, wurde das Kontrollschema der Wii Fassung um stufenloses drehen erweitert. Damit gewinnt das Spiel noch einmal einiges an Dynamik, büßt aber im Gegenzug auch einiges vom Schwierigkeitsgrad ein, da die Levels auf rechtwinkeliges Drehen ausgelegt sind.

Abstrakte Kunst
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Fazit: AYIM ist ein beeindruckendes Spiel - im Guten als auch im Schlechten. Während permanentes Sterben im Preview-Trailer noch als Scherz der Entwickler anmutet, wird man spätestens nach ein paar Levels feststellen dass dies zum Alltag des weißen Knaben mit der 100.000 Volt Frisur gehört. Dabei wären viele Bildschirmtode vermeidbar, wenn man den Spieler vor allem zu Beginn etwas mehr an die Hand nehmen könnte um ihm die Grundlagen näher zu bringen.
All diese negativen Punkte können jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass AYIM ein one-of-a-kind Titel ist, den es in dieser Form bisher noch nicht gegeben hat. Das Highlight des Spieles sind definitiv jene Stellen, an denen Brokenrules vom Standard Jump'n Run Weg abweicht und den Spieler mit Puzzles konfrontiert. An diesen Stellen vermag das Spiel einen ähnlich in seinen Bann zu ziehen, wie man es sonst nur von Nintendo Titeln kennt - ein größeres Kompliment kann man einem Spiel nicht machen.
Aufgrund der oben angesprochenen Schwächen gibt es (nur) 4 Sterne. Man darf gespannt sein womit die Entwickler, die laut ihrem Blog gerade an einem neuen Titel samt eigener Engine basteln, uns als nächstes überraschen werden.
- Clemens W.
Links:
Entwickler-Homepage -
Demo-Download -
Comicstrip
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