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Ausgewählter Test:
Review
VANQUISH
VANQUISH [ 360 / PS3 ]
Wenn Leute auf den Knien Herumrutschen haben sie Meistens eine Scheuerbürste oder eine Gitarre in der Hand. Nicht so Sam Gideon! Der hat nicht nur eine transformierende Wumme in den Pranken, sondern rutscht auch noch mit Düsenantrieb in High-Speed auf dem Parkett herum... Oder in Slow-Motion!

Aber von Anfang an. - Nachdem so ziemlich alles Leben in San Franzisko durch die Russen, vom Weltall aus, mit einem Mikrowellenstrahl gekocht wurde, macht sich Held Sam zusammen mit der Armee auf, einen zweiten Angriff zu verhindern. Die Superwaffe steckt dabei im Inneren einer riesigen Weltraumstation, komplett mit Städten, Seen und Parks versehen; getreu den japanischen Visionen die man aus Gundam oder Macross kennt. Folglich kämpft man sich durch die komplette, mit russischen Robotern voll gestopfte, Anlage bis zum Ziel.

Schau mir in die Augen Kleines!
An der Seite von Sam steht, neben ein paar Soldaten die die Namen der Programmierer tragen, Colonel Burns. Ein bärtiger, mit Narben übersäter Haudegen, der scheinbar nach dem aufstehen jeden Morgen erst einmal mit einem Bären ringt.
Der ist Sams Antagonist und die Beziehung der beiden zueinander, erzählt durch einen Haufen dämlich wie spaßigen One-Liner, ist die so ziemlich die einzige Quelle für Charakterentwicklung und andere Dinge die in einer Storyline von Wichtigkeit sein könnten. Mehr Infos zur Story gibt es nur in den Ladebildschirmen und die sind (erfreulicherweise) so kurz, dass man nie weiter als einen Satz weit lesen kann. - So oder so, Vanqish ist definitiv kein Story-Spiel.
Vanquish nimmt den, im Vergleich gemütlich anmutenden, Spielverlauf eines berühmten (und indiziertem) Deckungsshooters von der Spieleschmiede Epic, und packt ein Jetpack dran. Der, in einem Kampfanzug gekleidete, Held gleitet mit Raketenantrieb über den Boden, hechtet, ja tanzt förmlich dabei. Das ganze natürlich mit Schusswaffe und der rettenden AR-Funktion, die das geschehen bei Bedarf in Zeitlupe versetzt. Wer zu lange in einer der vielen zerstörbaren (!) Deckungen verharrt, hat verloren, Vanquish ist mehr Action-Spiel als plumper Shooter.
Deckung ist natürlich dennoch essentieller Bestandteil, zumal man nur dort mal in Ruhe eine rauchen kann. Aber die sich teilweise wiederholenden Bosskämpfe werden genau durch den zunehmenden Wegfall von Deckung intensiviert. Bekommt Sam doch einmal zu viel Schaden geht es Automatisch in die Zeitlupe, um Feinde vor dem sicheren Exitus doch noch auszuschalten oder sich in eine neue Deckung zu bewegen. Dennoch gilt: Die Steuerung zu meistern ist Pflicht.

Hillary Clinton hat ihren Anspruch auf Weltherrschaft wahr gemacht
Die Steuerung des Spektakels ist eingängig, bedarf aber etwas Übung. Ein Knopf fürs beschleunigte gleiten, plus den Knopf zum Zoomen, den zum Schiessen und natürlich die Bedienung der Analogsticks für Bewegung und Kamera, gehen beim ein oder Anderen sicherlich über die normale Anforderung an Koordination hinaus. Das Tutorial sollte also man keinesfalls überspringen und sich die erste halbe Stunde nicht ins Boxhorn jagen lassen, wenn man nicht sofort alles meistert. Sitzt die Steuerung aber erst einmal, werdet ihr das Pad nicht mehr aus der Hand legen können - Ich für meinen Teil habe Vanquish, nach dreimaliger Wiederholung des aus der Demo bekannten Levels, an einem Stück durchgezogen.
Das liegt zum einen natürlich an der rasanten und spaßigen Action, die zwischendurch auch mal kleine, verdiente Pausen einlegt; wie auch an den grandiosen Dialogen zwischen dem Helden und Col. Burns. Zum anderen ist Vanquish aber auch, Genre-typisch und sicherlich etwas der hohen Spielgeschwindigkeit geschuldet, mit ca. sieben Stunden nicht allzu lang. Einen Multiplayer-Modus sucht man ebenso vergebens.
Beides aber keine Schwächen im eigentlichen Sinne, denn besser das Gesamtpaket stimmt anstatt das eine Sequenz unnötig in die Länge gestreckt wird oder ein halbgarer Multiplayer-Modus Ressourcen vom Hauptspiel weglenkt.
Was Vanquish anstatt dessen bietet, ist die Option immer besser, schneller und graziler durch die einzelnen Levels zu hechten und sich in entsprechenden Ranglisten zu verewigen. Den Widerspiel-Wert steigern tun dabei nicht nur die höheren Schwierigkeitsgrade sondern auch die verbesserbaren Waffen.

Viel feind viel Ehr
Grafisch ist Vanqish ein Brett. Das überstilisierte Sci-Fi Drumherum läuft jederzeit Ruckelfrei und ohne Tearing über den Schirm und die Umgebungen sind, dafür das man durchgängig in einer Weltraumstation spielt, durchaus Abwechslungsreich.
Auch vom Sound her macht Vanqish vieles richtig. Alle Sprachfassungen liegen auf Disc und Sprachausgabe wie Untertitel dürfen separat eingestellt werden. Die deutsche Synchro ist sehr gut, wenn auch die Stimmen der beiden Helden gerne von Natur aus etwas rauer sein dürften. Die Musik besteht aus wilden Techno-Geräuschen, teilweise mit dem Anflug einer Melodie. Nicht einprägsam und definitiv kein Soundtrack-Kandidat, aber passend, meist im Hintergrund und niemals störend.

Vanqish ist, nach etwas Einübung, ein Action-Hammer und das krasse Gegenteil vom kürzlich erschienenen, viel zu lahmen, Quantum Theory. Eine klare Kaufempfehlung für alle diejenigen die einen Deckungsshooter auf Speed oder eine moderne Variante eines 'Probotector' ausprobieren wollen. Die Eigenschaft sich verbessern und ein Spiel gerne Mehrfach durchzocken zu wollen sollte man allerdings mitbringen, sonst verliert Vanquish Punkte in der B-Note für Preis-/Leistung. Dennoch, das was da ist stimmt und ist perfekt Spielbar und verdient auf der Spielspaßskala ordentliche:   -  DS_Nadine

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