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Ausgewählter Test:
Review
VALKYRIA CHRONICLES 2
VALKYRIA CHRONICLES 2 [ Sony PSP ]
Valkyria Chronicles ist ein (viel zu unbekannter) Meilenstein des Strategiegenres auf Konsolen, mit seinem eigenwilligen Mix aus Rundenstrategie und direkter Echtzeit-Steuerung. In der Handheld-Version ist zwar mehr als nur die Konsole kleiner geworden, keinesfalls aber die Spielzeit und der Tiefgang.
Unzählige Spielstunden nach Beendigung des Testtagebuches, folgt der lange überfällige Test von Valkyria Chronicles II. - So viel vorweg: Auch nach zig Spielstunden fesselt es immer noch ans Pad!

Der Bruder von Held Avan, seineszeichens Kadett der Militärakademie, stirbt unter mysteriösen umständen. Um herauszufinden was dahinter steckt, schreibt Avan sich schnurstracks selbst ein und gerät in ein Wirrwar aus Krieg, Revolten, Rassismus und nervigem Schulalltag.

Der rote Pfeil über seinem Kopf machte das Verstecken schwer
Die bewährte halb runden- halb echtzeitbasierten Schlachteneinsätze, in denen ihr Avan und seine Truppe steuert, bestehen deswegen großteils aus Übungseinsätzen. Zumindest Anfangs. Die Schule dient in allen belangen als Basis. So unterhält man sich nicht nur mit Mitschülern über Gott und die Welt, was einem besondere Nebenmissionen beschert, sondern erforscht, verbessert und rüstet seine Truppe sowie Gefährt (Panzer oder Truppentransporter) aus.

Mein Panzer heisst 'Nadine'...
Das macht ihr nicht nur einfach besser, sondern rüstet ihn z.B. mit Materialien aus, um unzugängliches Terrain zugänglich zu machen oder einen Umgebungseffekt, wie z.B. Dunkelheit, für die Truppen in der Umgebung aufzuheben. Diese Umgebungen bestehen immer aus mehreren einzelnen Kartenabschnitten, zwischen denen man, nach Einnahme einer Basis, hin- und herspringen kann. Ein Fakt das sicherlich der Hardwarelimitierung geschuldet ist, aber zu einer spannenden Mehrfrontenschlacht führen kann. Zusätzlich kann man durch buntes mischen der bekannten Kartenabschnitte immer neue Missionen generieren, wozu sich Valkyria Chronicles II auch nicht zu schade ist. Ob dies positiv oder negativ ist in diesem Fall nicht klar festzumachen.
Die leicht ausgeblichenen Farben fangen den Aquarellstil der PS3-Vorlage gut ein und auch sonst wirkt die Grafik durchweg hübsch, wenn auch die Charakterköpfe etwas zurückfallen. Auch musikalisch bleibt man sich treu mit synthie-orchestralen Klängen die großteils aus dem großen Bruder Stammen.

Medal of AwesomeEin kurzer Test für ein sehr, sehr langes und motivierendes Spiel. Wer mehr als die Grundinformationen will, liest unbedingt das unten angefügte, begleitende Testtagebuch. Ja, es ist nicht makellos, die Mitschüler können nerven und die sich wiederholenden Kartenabschnitte in den Standardeinsätzen können Komplettisten stören. Fest steht aber dennoch, dass jeder Spieler der auch nur im Entferntesten eine Zuneigung für Strategiespiele empfindet und eine PSP hat, sich Valkyria Chronicles II zulegen muss!
Damit Valkyria Chronicles II nicht im Weihnachtsumfeld der hochkarätigen 5-Sterne Titel untergeht, gibt es für besonderen Umfang, Langzeitmotivation und Genre-Innovation (zumindest auf diesem System), zusätzlich die 'Medal of Awesome'   -  DS_Nadine

Links:
Metakritiken -  Video-Review  
Valkyria Chronicles ist ein (viel zu unbekannter) Meilenstein der Videospielgeschichte, bzw. des Strategiegenres auf Konsolen. Der eigenwillige Mix aus Rundenstrategie und direkter Steuerung der einzelnen Figuren, in einer Action-Sequenz, ist uns nachträglich mit der Award-Einführung eine 'Medal of Awesome' Wert gewesen. Nun ist Teil Zwei auch bei uns endlich angetreten um zu zeigen wie gut das Spielprinzip auf eine mobile Konsole portierbar ist.

In der Handheld-Version ist zwar mehr als nur die Konsole kleiner geworden, keinesfalls aber die Spielzeit und der Tiefgang. Nach über zehn Stunden Spielzeit auf der Uhr und noch mitten am Anfang gibt es dafür nur eine Lösung, ein Testtagebuch. ^_~ -  DS_Nadine
Sonntag, 19.09.2010 - 01:30 Uhr
Valkyria Chronicles 2 lag schon vor einigen Tagen, aber einige Zeit nach Release in der Post. Keine Chance mehr einen aktuellen Test zu dem Mammutwerk zu schreiben, dennoch will ich es zumindest mal Antesten, auch wenn wir gleichzeitig Phantasy Star Portable 2 von SEGA bekommen haben.
Die Story spielt 2 Jahre nach dem Hauptspiel im alternativen zweiten 'Europakrieg'. Gallia (Belgien?) ein kleines Land, eingeklemmt zwischen zwei Fronten, ist befreit hat aber alle Hände voll zu tun die Grenzen zu halten. Da hilft es auch nicht, dass sich innerhalb des Landes eine Revolution anschickt dass Königshaus zu stürzen. Die Königin hatte ja am Ende des letzten Teils ein Coming-Out als Darksen (Jude?), deren verrufene Geschichte zwar von der herrschenden Klasse erfunden war, aber immer noch in den Köpfen der Leute steckt (NPD&REP?).
Unser Haupcharakter, Avan Hardins, ist der typische Manga & Anime-Held. Einfach gestrickt aber freundlich, genau wie Son-Goku, Ruffy, Naruto oder manch andere. Der erfährt vom Tod seines Bruders, seinerseits Kadett an der Militär-Akademie von Gallia, aber darüber hinaus keine weiteren Einzelheiten. Also schreibt er sich selbst an der Akademie ein, um dem verschwinden seines Bruders auf den Grund zu gehen. An seiner Seite ein Emo-Klugscheisser und ein blondes unbeholfenes Mädchen.

Oh, wow! Yay! Ich bin Blond.... und komplett in Englisch.
Kaum angekommen wird Avan zum Klassensprecher der schlimmsten Klasse der ganzen Schule ernannt und seine, respektive eure, Aufgabe ist es die Bande an Einzelgängern zu einem Team zu formen, auszurüsten und durch die Schlachten zu führen.
Die ganzen Möglichkeiten offenbaren sich erst nach und nach. Die ersten Stunden bestehen lediglich aus Smalltalk und ein paar kleinen Gefechten. Gespräche führt man indem man mit seinem Cursor über den Campus fährt und vorhandene Ereignissymbole anklickt. Dialoge sind nicht interaktiv sondern werden nur gelesen, sind aber mit Portraits der Charaktere schön bebildert. Die Kämpfe treiben, im Gegensatz zu vorher, die Story nicht jedes Mal weiter sondern gehören oft lediglich zum Trainingsprogramm der Akademie. So gibt es freie Missionen, Missionen die man gespielt haben muss damit eine Story-Mission freigeschaltet wird und die echten Story-Missionen. Zusätzlich gibt es auch noch spezifische Charakter-Missionen und Kauf-Missionen, doch dazu später mehr.
Das Grundprinzip funktioniert wie gehabt. Man stellt sein Einsatzteam zusammen, bestehend aus vielen unterschiedlichen Soldatenklassen, wählt diese dann einzeln über eine Übersichtskarte aus um dann in sie hinein zu springen und die jeweilige Figur zu steuern. Jede Klasse hat dabei seine eigene Geschwindigkeit, Waffen und Aktionsradius. Zusätzlich hat jeder Charakter seine eigenen positiven wie negativen Potentiale, die je nach Situation in Erscheinung treten. Ein bisschen Taktik ist natürlich wie immer vonnöten, denn jede Figur hat nur einen Angriff pro Zug, stehen mehrere Figuren beieinander leisten sie Unterstützungsfeuer u.v.a. - Da ist auch schon die erste Batterieladung, am Stück und ohne Pause, verbraucht und hinterlässt mich mit einem überaus positiven Ersteindruck… mal abgesehen vom etwas Verbesserungswürdigen Cast...
Montag, 20.09.2010 - 02:30 Uhr
Der Detailgrad nimmt deutlich zu. Jedes Mitglied kann einzeln ausgerüstet, und unterschiedliche Ausstattungen in vordefinierten Squads gespeichert werden. Besonders der hinzu kommende Panzer ist ein Wunderwerk der Flexibilität, mit Panzerungen, Geschütztürmen, Sekundär- und Terziärfunktionen. Denn auf den Karten herrscht mitunter mal Nacht, Nebel und Kälte; Dinge die die Gruppe einschränken, wenn das Fahrzeug nicht mit Scheinwerfern, Heizpilz oder ähnlichem ausgestattet ist. Ebenso gibt es zerstörte Brücken und Treppen, die ein mit einem Baukran ausgestatteter Panzer reparieren und somit neue Wege über die Karten eröffnen kann. Es lohnt sich also die Missionsgegebenheiten im Briefing zu studieren um seinen Panzer entsprechend anpassen zu können.
Damit eure Truppe immer mithalten kann, gibt man Erfahrungspunkte aus, um Charakterklassen zu stärken oder neue Einsatzbefehle zu lernen. Diese Befehle, die im Kampf vielerlei Funktionen erfüllen können, erhält man mit dem Aufsteigen automatisch, oder kann sie bei den Helden aus Teil 1 gegen EP erwerben. Gegen Geld erwirbt man dagegen die Upgrades für die Truppe und den Panzer, an denen man immer fleißig forscht.
Ein Umstand ändert sich auch in der zweiten Batterieladung nur bedingt, nämlich die Größe der Karten. Diese sind teilweise erschreckend Kompakt. Die Schlachten spielen sich auf mehreren kleinen Karten ab, zwischen denen man, hat man eine Durchgangsbasis eingenommen, hin und her springen kann. 'Capture the Flag' ist angesagt und stellt am Anfang auch fast immer das Missionsziel dar. Pro Karten-Ausschnitt kämpfen bis zu 5, insgesamt maximal 6 Einheiten. Das ganze ist sicherlich den technischen Einschränkungen der PSP geschuldet und Verschmerzbar, braucht aber trotzdem eine Menge Eingewöhnung, da man nie wirklich weiß die Einnahme welcher Durchgangsbasis welches Pendant auf welchem anderen Kartenausschnitt aktiviert. Positiv gesehen eröffnet das ganze aver auch neue Möglichkeiten, wie z.B. den Gegner von mehreren Spawnpunkten aus in die Mangel nehmen zu können. Ebenfalls lassen die am Anfang noch sehr kompakten Karten auch zeitlich nicht zu exzessive Schlachten zu, also für ein Handheld ideal.
Größter Kritikpunkt nach gut 7 Stunden: Die Kartenausschnitte wiederholen sich großzügig und werden meist nur neu zusammen gewürfelt und/ oder umgestaltet (Änderungen der Position der Basen, des Wetters, der Gegner und natürlich des Missionsziels). Das macht für das Trainingsgelände der Akademie noch Sinn, nervt aber gerade bei den sehr einfach gehaltenen Missionszielen am Anfang enorm.
Dienstag, 21.09.2010 - 23:00 Uhr
Das Spiel gliedert sich in an der Akademie verbrachten Monate. Hat man genügend Einsätze gespielt um die Hauptstory-Mission des Monats Freizuspielen, geht es nach deren Abschluss in den folgenden. Das ganze beginnt gemächlich im Januar und stellt zunächst keinerlei Herausforderung dar… wobei mein feiges Ich natürlich auch auf 'Easy' gestellt hat.
Spätestens aber ab März nimmt die Schwierigkeit rapide zu. Da müssen Feinde schon mal geschickt umgangen werden oder ein spontaner Rückzug angeordnet. Das etwas ungeliebte System der vielen kleinen Karten lässt ebenfalls alle Muskeln spielen, wenn man sich auf einmal sechs Fronten gleichzeitig halten muss mit seinen gerade mal sechs Mannen. Da ist gutes Management und schon mal das ein oder andere Opfer gefragt, aber Vorsicht: Wenn z.B. meine drei Panzerabwehrschützen erledigt sind, liegen die auch erst mal länger im Krankenhaus und die Missionen danach werden unglaublich viel Härter.

Ich packe meinen Panzer und nehme mit: Einen Hai
Die Missionen bestehen im Übrigen nicht stetig aus dem einnehmen der gegnerischen Basis, sprich Flaggenpunkt. Zwar muss man diese, sollte das Gefechtsareal aus mehreren Abschnitten bestehen, immer einnehmen, aber es stellt nicht immer die Siegesanforderung dar. Zusätzliche Missionen beinhalten u.a. das besiegen sämtlicher Einheiten, das Besiegen eines bestimmten Gegners, das Aufspüren von Objekten, die Verteidigung der eigenen Basis, Eskort-Missionen und das Erreichen eines bestimmten Punktes auf der Karte. Selbst die sonst so ungeliebten Beschützer-Aufgaben sorgen in einer Kombination an Missionszielen für einen Heidenspaß. Da muss der Transporter einmal quer durch die Pampa zum Zielort, die Gegner vorher mit einer diffizilen Taktik beseitigt, die Basen auf dem Weg eingenommen und das ganze natürlich in einer bestimmten Anzahl von Zügen. Ich verachte für gewöhnlich Zeitlimits und Eskort-Missionen, Valkyria Chronicles 2 hat in mir daran aber zum ersten Mal Freude geweckt.
Samtag, 25.09.2010 - 13:00 Uhr
Nach noch 3 Batterieladungen und insgesamt gut 20 Stunden Spielzeit ist noch kein Ende in Sicht, aber dennoch Zeit für einen Abschluss des Testtagebuches. Es kommen immer noch Neuerungen hinzu und die Geschichte hat sich zwar entfaltet, steht aber immer noch am Anfang. Dermassen viel mehr Content als im PS3-Vorgänger ist unglaublich, auch wenn das mit stetigem wiederverwenden von Kartenmaterial erkauft wird. Neben den anfänglich beschriebenen Missionen gibt es noch die bereits erwähnten Charakter-Missionen und Kauf-Missionen. In den Charaktermissionen müsst ihr mit einem eurer Kumpane eine für ihn persönlich wichtige Mission spielen, die durchaus mal ganz anders ablaufen kann als sonst üblich. Ist das erledigt verbessert sich euer Verhältnis, ähnlich wie in den Loyalitäts-Missionen von Mass Effect 2. Die erwerbbaren Missionen sind dagegen durchschnitt, schalten beim Abschluss aller Missionsziele Boni frei.
Valkyria Chronicles 2 ist ein absolutes Brett an Spielbarkeit, Tiefe und Umfang. Auch der grafische Stil und die restliche Präsentation sind auf der PSP durrchaus ansehnlich umgesetzt. Eine absolute Empfehlung für alle Freunde des Erstlings und der Strategie. - Der kompakte Test folgt in den nächsten Tagen.

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