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Ausgewählter Test:
MASS EFFECT 2
MASS EFFECT 2 [ PC / Xbox360 ]

Mass Effect 2 ist anders als sein Vorgänger Mass Effect. Es steht zum Beispiel eine '2' dahinter.

Spass beiseite. Mass Effect 2, ein Sci-Fi Shooter-RPG, knüpft direkt an seinen Vorgänger an und beinhaltet dennoch einen Bruch in der Story, sowie im eigentlichen Spielgeschehen. Commander Shepherd, erster Menschlicher Spectre der die Menschheit in den Galaktischen Senat befördert und eine Alien-Invasion verhindert hat, stirbt dem freudigen Spieler noch im Vorspann unter den Augen weg.
Einen echten Helden bremst das zwar nicht aber die Genesung vom Tod dauert selbst bei Shepherd ein paar Jahre und über so einen langen Zeitraum ändert sich eine Menge.

Shepherd:Was ist das? - Mordin:Blaues Licht! - S: Was macht es? - M: Es leuchtet blau!
Man startet also wieder bei Null, sogar das Gedächtnis ist möglicherweise Weg, sehr zur Einstiegsfreundlichkeit bei Erstkäufern (dennoch empfiehlt sich Teil 1 gespielt zu haben um den vollen Durchblick zu haben). Als Toter hat man ein mikriges Gehalt, das Ansehen ist nicht sonderlich hoch, genauso wie die eigene Glaubhaftigkeit. So glaubt Niemand an Shepherds Geschichte der kurz bevorstehenden Alien Invasion, so dass man sich einer neueren Gruppierung anschließt. Zukünftig arbeitet man für Cerberus, eine berüchtigte Organisation die zum Wohle ihrer Interessengruppen handelt mit unbekannten Geldgebern, ähnlich der FDP. Weltraumkolonisten der Menschen werden an einen unbekannten Ort verschleppt, von dem niemand es lebend zurück schafft. Also rekrutiert man eine Crew und versucht sich an der vermeindlichen Selbstmordmission.
Gut 80% des Spieles ist man damit beschäftigt sich Teammitglieder in Form von Missionen zu beschaffen und sich um deren Wohlergehen zu kümmern. Weitere 10% verbringt man im schlimmsten Minispiel aller Zeiten, um Planeten nach Rohstoffen abzuscannen mit denen man Upgrades für Schiff, Waffen, Rüstung und Crew basteln kann. Den (mikrigen) Rest des Spiels macht die eigentliche Hauptstory aus. Das Ziel der Selbstmordmission hat der Spieler durchgehend vor Augen und das eigentliche Spiel besteht im wesentlichen darin, sich entsprechend vorzubereiten. Etwas gewagt, aber bis auf eine gewisse Durchschaubarkeit der ganzen Quest-Struktur durchaus gelungen und andersartig.

Es darf gewettet werden! Wer bleibt bei dem Minispiel länger als 10 Minuten wach?!
Das Spiel selbst besteht aus den Action-Versatzstücken eines Rainbow Six Vegas und der Story und den umfangreichen Dialogen jedes anderen Bioware Rollenspiels. Im Action-Teil hechtet man von Deckung zu Deckung, schießt aus selbiger und befehligt seine Kameraden. Das ganze fluppt nicht immer und an jeder Stelle, geht aber in Ordnung und macht richtiggehend Spaß im Vergleich zum Vorgänger. Sogar der Shooter-typische Schockschaden (sich selbst auffüllende Lebensenergie) hat seinen Weg in das 'Rollenspiel' gefunden. Der Rollenspielteil steckt klar zurück. Die Städte haben fast Deus Ex 2 Niveau, es gibt kein Inventar und Munition kann man auch nirgendwo kaufen, sondern hat nur was man auf dem Schlachtfeld findet. Die Levelmöglichkeiten der Charaktere sind ebenfalls sehr beschränkt. Das suchen nach Ressourcen und das damit verbundene Erforschen von Upgrades bietet dem interessierten Spieler zusätzliche Möglichkeiten, besticht aber durch seine grauenvolle Umsetzung. Man scannt mit einem Fadenkreuz einen Globus ab, was pro Planet gut 10 Minuten dauert… und es sind viiieeeele Planeten die man scannen kann (aber glücklicherweise nicht muss). Richtig Punkten tut das Spiel mit der Inszenierung der Dialoge. Wenn ein Character nicht gerade durchs Bild schwebt, wild zuckt, clippt oder der Ton aussetzt (was vereinzelt auftreten kann) sind alle Gespräche absolut Filmreif inszeniert. Das Pacing ist ebenfalls wesentlich besser als beim Vorgänger und gibt dem Spieler genügend Möglichkeiten Rückfragen zu stellen ohne das Gegenüber seine ganze Lebensgeschichte offenbaren zu lassen aus Angst eine Info zu verpassen. Zusätzlich zu den erspielten Einschüchterungs- oder Schmeicheleinheiten, die man im Dialog von sich geben kann, hat der Spieler im Gespräch ab und an die Möglichkeit mit einem Tastendruck eine heldenhafte oder assige Aktion vom Stapel zu lassen. Wer will seinem Gegenüber bei Widerworten nicht gerne mal eine Knallen?

Die Drei Stooges sind auch interstellar ein Erfolg!
Mass Effect 2 lebt von zwei Dingen. Von einem sehr eingänglichen Shooter-Part und seiner mit ganz viel Atmosphäre verpackten, wesentlich düstereren Story. Wer das zu schätzen weiß hat vermutlich eh schon zugeschlagen. RPG-Freunde sollten bedenken das die Action in 'Action-Shooter' sehr groß geschrieben ist, aber der ganze Akt der Team Zusammenstellung, gepaart mit etwas Rollenspiel hinter der eigenen Schädeldecke, mehr ist als in vielen anderen RPGs. Technisch gibt es fast nichts zu meckern und eine Spielzeit von gut 35 Stunden ohne jede Nebenquest mitgenommen zu haben geht ebenfalls in Ordnung. Punktabzug gibt es von mir nur für die einfallslose Queststruktur. So muss man für jeden neuen Charakter eine Akquirierungsmission machen und eine weitere Mission um ihn 'Loyal' zu machen. Die besteht meist darin das er irgendwen aus seiner Familie befrieden muss.
Das schlimmste Problem mit Mass Effect ist aber das Teil 3 noch nicht draußen ist… und das was uns da in Aussicht gestellt wird lässt alles Vorangegangene wie müdes Geplänkel erscheinen. Mit kleinen Einschränkungen also dennoch:   -  DS_Nadine

Links:
Video-Review -  Metakritiken -  Comicstrip -  ME2 im Demolitionsquad Podcast #8


Donnerstag, 28.01.2010 - 9:50 Uhr
Post. Müde. Bis vier Uhr morgens am iPad Comicstrip gesessen und erst gegen 6 Uhr im Bett. Egal Mass Effect 2 ist da (am Releasetag, für 'nen Review hätte es gerne eher kommen dürfen), genug geschlafen.
Donnerstag, 28.01.2010 - 11:30 Uhr
Nachdem die Lebensabschnittsgefährtin aus dem Haus ist kann es los gehen. Das Spiel kommt auf 2 DVDs, wovon die zweite loose in einem Umschlag in der Packung fliegt. Die schwarzweiss Anleitung ist auch echt hochwertig. Es gibt direkt ein Update für das Spiel; erinnert mich an PC-Spiele. Das Spiel darf ich auch erstmal mit einer Seriennummer registrieren um kostenlose Zusatzinhalte herunterladen zu können... jetzt ist es wenigstens Wertlos für den Gebrauchtmarkt. Alten Charakter importiert, die Musik setzt ein für 3 Sekunden und... nichts. Ok, meine Motivation ist erstmal gebrochen.
Donnerstag, 28.01.2010 - 12:20 Uhr
Alles heruntergeladen und das Spiel installiert um den Geräuschpegel zu senken, startet es jetzt auch wie gewünscht. Verabredung ignorierend sitze ich, weiterhin im Schlafanzug, gebannt vor dem Spiel und erfreue mich an der kompetenten Eröffnungssequenz, auch wenn sie leider in diversen Berichten gespoilert wurde. Dennoch, das Mass Effect-Universum hat mich ziemlich schnell wieder in seinen Bann gezogen.
Donnerstag, 28.01.2010 - 13:00 Uhr
Das Spiel läuft wesentlich runder als Früher, die Steuerung fluppt und erinnert frappierend an Rainbow Six Vegas oder das in Deutschland indizierte Spiel mit dem Zahnrad. An die Wände drücken, rennen und über Kisten hopsen. Dennoch ist es für Shooter-Legasteniker wie mich nicht zu hektisch, kann man doch jederzeit pausieren um seinen Compadres Befehle zu geben. Die Texturen sind Teils etwas grob und die deutsche Sprachausgabe allenfalls ok aber damit kann ich leben. Die Story knüpft sehr behände an den Vorgänger an um die Hauptfigur nicht als Über-Held präsentieren zu müssen, die Entscheidungen des Vorgänger-Spiels nicht zu sehr in den Vordergrund rücken zu müssen (das wär ne Menge Content den man niemals sehen würde) und das ganze von Beginn an spannend zu halten.
Donnerstag, 28.01.2010 - 17:00 Uhr
Vier Stunden am Stück gespielt und immernoch Begeistert: Teilweise liegt mal so etwas wie Müll und Kleinkram herum und der Omega Satelit strahlt eine Athmosphäre der Dreckigkeit aus wie sie Blade Runner gut zu gesicht stehen würde. Ja, Shephard ist kein Mitglied der Allianz mehr, sondern eher ein dreckiger Rogue der in Clubs mit Gangs rumhängt.
Auf der Negativseite ist vieles gleich geblieben. Einige Locations sind immernoch sehr steril und Blätter und Kaffetassen auf einem Tisch muten komisch an wenn nirgendwo Stühle stehen. Die erkundbaren Örtlichkeiten sind bisher sehr eingeschränkter Grösse und zu dem weniger frei erforschbar und unnatürlicher als früher. So kann man die Citadel (zumindest bis jetzt) nicht mehr frei erkunden, sondern 'springt' einfach zum Point of Interest wenn man sich zu einer Tür begibt. Die langen Aufzugsfahrten des Vorgängers wurden entfernt, was aber durch den (immerhin im Kontext stehenden Ladebildschirm) dafür sorgt, dass man heraus gerissen wird. An der Schleuse des Raumschiffes wird man nicht mehr Dekontaminiert und der Druck ausgeglichen, nein man findet sich draussen wieder sobald man die Tür angeklickt hat. Wenn man eine Mission erledigt hat und durch die Tür schreitet gibt es sogar einen Extra Info-Screen. Die 'Welt' weicht mehr und mehr einem 'Level'.
Diejenigen die Mass Effect 1 vorgeworfen haben kein echtes Rollenspiel zu sein, werden lügen gestraft. Von den, eh nicht sonderlich umfangreichen, Auflevelmöglichkeiten des Erstlings ist nicht viel übrig geblieben. Trotz alledem bin ich begeistert, denn das was vorhanden ist funktioniert. Ein Shooter mit ein paar Taktik- und Verbesserungsmöglichkeiten der Charaktere und einem grossen Fokus auf Story. So, und jetzt muss ich endlich mal Frühstücken.
Freitag, 29.01.2010 - 10:00 Uhr
Die Sonne ist schon lange oben, die ganze Nacht weitergespielt. An der eigentlichen Story hat sich nicht mehr viel getan, das Hauptaugenmerk liegt bisher darauf das Team zu Rekrutieren. Egal, das macht die Spannung nur größer.
Samstag, 30.01.2010 - 11:30 Uhr
Selbe Spiel wie am Vortag und die ganze Nacht durchgezockt. Langsam wirft das ganze Schwachpunkte auf. Die Städte sind genauso Schlauchartig wie die Shooter-Abschnitte und überdies immer strikt getrennt. Die Größe einiger Szenarien erinnert frappierend an Deus Ex 2. Das Minispiel zum Resourcen farmen in dem man einen Planeten abscannt, was pro Planet gut 10 Minute dauern kann, zehrt ebenfalls mächtig an den Nerven. Ein paar technische Ungereimtheiten (wegploppende Figuren, clipping, nicht ansprechbare NPCs) kratzen ebenfalls am äusseren Eindruck, wenn auch nicht wirklich merklich.
Sonntag, 31.01.2010 - 20:10 Uhr
Auch nach ca. 30 Stunden Spielzeit macht Mass Effect 2 noch Spass, nur sollte man es nicht so intensiv und ausführlich spielen wie ich es Momentan tue. Die Hauptstory ist Questmässig fast gar nicht vertreten sondern man stellt 80% des Spiels über nur sein Team zusammen und kümmert sich um deren Wehwehchen. Ich kann mir förmlich das Meeting bei Bioware mit der auf dem Whiteboard festgehaltenen Queststrucktur vorstellen. Die Missionscrew erstellt man anhand von Dossiers die man zugewiesen bekommt und nicht etwa innerhalb des Storyverlaufes. So gibt es zu jedem Charakter eine eigene Quest, losgelöst von der Hauptstory und auch ohne Überschneidungen zu den anderen Charakteren. Hat man diesen Charakter rekrutiert, fällt ihm nach einer weiteren Mission noch ein das ihm ein Furz quersitzt und er erst loyal zu einem ist wenn man sich dieses Luftstaus annimmt. Meist ist dies die Tötung/ Versöhnung mit der Mutter, Vater, Sohn, Tochter, Schwester, Bruder, Schwager oder Vetter dritten Grades. Jeder Charakter bringt also 2 Quests mit, genausoviel wie es in diesem ganzen Rekrutierungsprozess zur eigentlichen Story gibt. Eine dritte Mission steht danach sofort in Aussicht, damit ist die Rekrutierung und Loyalitätsgewinnung aber vorzeitig beendet, was zum Tod einiger Mitglieder bei der anstehenden Mission sorgen kann. Deshalb lieber Zähne zusammenbeissen und durch.
Montag, 01.02.2010 - 14:20 Uhr
Das Schiff ist maximal aufgerüstet, alle Crewmitglieder sind angeworben und umsorgt. Wenn ich jetzt noch Zeit hätte könnte ich endlich die eigentliche Story weiter verfolgen. Es artete aber wirklich schon langsam in Arbeit aus...
Dienstag, 02.02.2010 - 13:00 Uhr
Das war es, der Abspann flimmert über den Schirm. Nach dem Vervollständigen des Teams kam wirklich nicht mehr viel. Zumindest hat sich das Rohstoffsammeln und die Loyalität aller Mitglieder bezaht gemacht. Alles und jeder hat überlebt. Das Ende war weitaus weniger bombastisch als noch in Teil 1 aber zumindest steht dem Spieler am Ende eine harte Entscheidung bevor. Hoffentlich hat die mehr Einfluss auf Teil 3 als die Rettung des Rates in Teil 1 es hatte. Ist man durch, ist das Spiel aber noch lange nicht beendet. Nach dem Abspann darf man weiter die Galaxis nach Rohstoffen abscannen und die ein oder andere versteckte Mission aufspüren. Also gibt es noch etwas zu tun vor dem endgültigen Test.


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