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Ausgewählter Test:
VALKYRIE PROFILE 2 SILMERIA
Valkyrie Profile 2 Silmeria [PlayStation 2]
Last-Gen Grafikpower die jedes aktuelle Spiel um längen aussticht... ...wenn man sich die niedrige Auflösung und fehlendes Anti-Aliasing wegdenken kann.

Valkyrie Profile 2 Silmeria ist ein PS2 Rollenspiel der etwas anderen Art. Angesiedelt in der nordischen Mythologie, die die japanischen Designer angemessen vergewaltigen, führt einen sein Weg durch die schönsten Lokalitäten die man je auf der PS2 bewundern konnte. Hauptcharakter ist die Walküre Silmeria, die sich mit der Tochter von König Barbarossa einen Körper teilt. Der König ist darüber nicht allzu glücklich und bereitet alles vor um dem Göttervater Odin mal ordentlich einen vor den Latz zu hauen. (Gut die Story ist umfangreicher und besser, anständig zusammenzufassen darf die wer anders.) Gesteuert wird eine frei zusammenwürfelbare 4-Köpfige Truppe, bestehend aus Charakteren die sich Story-bedingt anschließen und (!) Einherjar. Einherjar sind „Geister“ der in ruhmreichen Schlachten gefallenen Gegner die ihr überall aufspüren und rekrutieren könnt. Trainiert man Einherjar lang genug das sie wieder stark genug sind ihren physischen Körper in der realen Welt manifestiert halten zu können, kann man sie freilassen und erhält dafür (auch angepasst an die Ausrüstung die die Figur besitzt) einen Kristall der einem spezielle Boni verschafft. Eine tolle Option, aber optional ist gut, denn es bedarf einer Menge grinding, also Zeit. Wirklich besonders an Valkyrie Profile 2 ist allerdings die Perspektive und das Kampfsystem. Die Umgebungen in Ortschaften und Dunegons sind zwar 3D-Modelliert, werden aber immer von der Seite gezeigt. Das erlaubt ein enorm hohes Detaillevel der Umgebung und einen Aufbau von Rätselpassagen in den Dunegons, die einem Jump’n Run nahe kommen. Denn in den Dunegons kann die Heldin nicht nur laufen, zuhauen und hüpfen, sondern auch mit ihren Spezialfertigkeiten in für den Spieler herausfordernden Aufgaben, schwer zugängliche Stellen mit Goodies erreichen. Berührt man in der 2D Ansicht einen Gegner schwenkt das Geschehen in einen 3D-Kampfbildschirm (keine Random-Encounter) um. Im Kampf auf der 3D-Karte kann man die 4 Köpfige Truppe dann zweiteilen und ähnlich einem Rundenstrategiespiel dem Gegner in den Rücken navigieren, bis man nahe genug ist zur Attacke. Die Spielzüge sind hierbei „halb“ Rundenstrategie, denn man bewegt die Figuren zwar mit einer direkten Steuerung frei über das Feld, allerdings bewegt der Gegner sich auch nur in dem Moment in dem der Spieler sich rührt. Man kann sich also Zentimeterweise antasten. Ein auf dem Boden projeziertes Feld zeigt den Angriffsbereich der Gegner den man umgehen oder durchhuschen kann, wirklich gute Spieler bestehen so nach einer Zeit Kämpfe ohne Gegentreffer. Ist man endlich nahe Genug am Gegner schwenkt die Kamera wiederum in eine Seitenperspektive. Jetzt startet jede der 4 Joypad Tasten Angriffe der zugewiesenen 4 Charaktere. Je nach Ausrüstung kann jede Figur unterschiedlich oft zuschlagen, mit gutem timing, so das die unterschiedlich schnellen Figuren gleichzeitig zuschlagen, ist es nun Möglich derartig viel schaden zu verursachen das man in einen Berserkermodus verfällt (in dem keine Aktionspunkte verbraucht werden) oder man eine Spezialattacke zünden kann.

Der Mini-Test ist jetzt schon viel zu lang und könnte noch viel, viel länger sein um wirklich alles an interessanten, neuartigen Möglichkeiten zu erläutern. Also empfehle ich das (schlechte) Video-Review unten und gebe kurz ein paar Hinweise dazu.: Abgesehen von der mauen Video-Qualität, davon das im Video vieles an Möglichkeiten erwähnt wird, deren Sinn aber nicht erläutert wird und ein paar kleinen Falschinformationen (!) gegeben werden, gibt es zwei wichtige Hinweise. Das Video-Review sagt das viel nerviges grinding nötig ist, das ist wie oben erwähnt optional ist und nur nötig wenn man die eingesammelten Seelen trainieren will. Ausserdem erwähnen sie „schwache Charaktere“, was wiederum auch nur die frei eingesammelten Einherjar betrifft und nicht die Story-Charaktere. Das Review hat deswegen einen schlechten Unterton und Wertung weil Valkyrie Profile 2 fast nichts mit seinem ebenfalls genialen Vorgänger gemein hat. Das ist natürlich schade, dennoch ist es, ganz für sich allein genommen, ein geniales Spiel. Kein PS2 Spiel hat mich mit einer dermaßen schön designten, mit Effekten gespickten, stimmigen Umgebung und deren hervorragender Umsetzung so begeistern können. Der epische Soundtrack passt sehr gut und auch wenn das Spielprinzip und das Mögliche „grinding“ natürlich etwas repititiv werden können, hat das Spiel einen in meinen Augen entscheidenden Vorteil gegenüber allen anderen Japan-RPGs: Beim Umschalten in den Kampfbildschirm gibt es keine merkbare Ladezeit und Spezialattacken sind angenehm kurz und deren Darstellung sogar abschaltbar. Im Vergleich zu den Ladezeiten eines Random-Encounters eines Lost Odyssey eine absolute Wohltat. Selbst nerviges grinding geht also extrem flott von der Hand.

Valkyrie Profile 2 ist genial! Schade ist das ich diese Grafikpracht nicht in HD genießen darf. Die 4:3 bzw. 16:9 Anpassung ist zudem nicht das gelbe vom Ei. Im 16:9 Modus wird die Umgebung zwar schön dargestellt, 2D Grafiken und Texte sind aber gestaucht und nicht immer allzu toll lesbar. Im 4:3 Modus ist es umgekehrt, Figuren wirken hier etwas zu dünn (siehe Video). Vielen mag VP2 wegen der 2D-Ansicht zu oldschool sein, aber das stört mich nicht. Die einzigen Abzüge bekommt es von mir wegen zwei Dingen. Die Story ist nicht wirklich die spannendste Inszenierung und das Spiel bietet mir schon fast zu viele Möglichkeiten, mal ganz davon abgesehen das es nicht wirklich leicht ist. Statusveränderungen für Dunegons, erlernbare Talente, eine Art zusammenstellbare Set-Ausrüstungen, Elementanfälligkeiten, 52 levelbare Charaktere u.v.m. sind das Paradies für Fanatiker, aber die Hölle für einen Spieler wie mich, mit einer Aufmerksamkeitsspanne von drei Minuten. Selbst wenn man vieles nicht beachten muss um durchzukommen, und das grinding optional ist, ist die Vielfalt erschlagend. Ich hab immer das Gefühl was verpasst zu haben wenn ich nicht alle Optionen nutze. Andererseits muss man dazu sagen dass die Spieltiefe vielleicht auch erst beim zweiten durchzocken das interesse des Spielers halten soll, denn ein zweites Durchspielen ist für Hardcore-Zocker unumgänglich wenn man alle Einherjar haben möchte. So, oder so. Genial, wenn auch nicht perfekt! Deswegen "nur":

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